Vorsorgevollmacht

Wer nicht mehr selbst handlungsfähig ist – ob nach einem Unfall, wegen Krankheit oder wegen Demenz - braucht einen Vertreter. Denn weder der Ehepartner noch die erwachsenen Kinder dürfen automatisch tätig werden, wenn es um finanzielle Fragen oder um medizinische Entscheidungen geht. Mit einer Vorsorgevollmacht lässt sich das regeln: Eine vertraute Person – oder mehrere - wird darin bevollmächtigt, die entsprechenden Entscheidungen zu treffen. Sie erledigt Bankgeschäfte und verwaltet das Vermögen, trifft Entscheidungen über die medizinische Behandlung oder kündigt die Wohnung, wenn ein Umzug ins Pflegeheim ansteht.

Wer eine Vorsorgevollmacht verfasst, bestimmt als Vollmachtgeber ganz allein, wer ihn vertreten soll, wenn er seine Aufgaben nicht mehr wahrnehmen kann. Liegt keine solche Vorsorgevollmacht vor, bestellt das Amtsgericht einen Betreuer, der diese Aufgaben übernimmt.

Grundsätzlich macht es Sinn, in der Vollmacht im Einzelnen aufzuführen, wozu sie ermächtigt. Außerdem ist es wichtig, darin festzuhalten, ab wann sie gelten soll, z. B. erst dann, wenn man tatsächlich nicht mehr handlungsfähig ist. Wird eine Vorsorgevollmacht nicht derart eingeschränkt, gilt sie ab dem Zeitpunkt, an dem sie erteilt wird!

Die Vollmacht lässt sich ganz individuell auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden. Man kann darin u.a. bestimmen, ob der Bevollmächtigte über den Aufenthaltsort bestimmen darf, ob er über das gesamte Vermögen verfügen kann oder ob er Schenkungen vornehmen darf. Für Grundstücks- und Unternehmensgeschäfte sowie für eine Darlehensaufnahme ist die notarielle Beurkundung der Vollmacht zwingend. Für Bankgeschäfte reicht das Hinterlegen einer Bankvollmacht aus. Sogenannte Rechtsgeschäfte, wie beispielsweise Eheschließung oder Testamentserrichtung, können nicht übertragen werden.

Eine Vorsorgevollmacht muss schriftlich erstellt und der Bevollmächtigte darin genannt werden, am besten mit Vor- und Zunamen, Adresse und Geburtsdatum. Aufbewahrt werden soll die schriftliche Vollmacht an einem leicht zugänglichen Ort. Die Vollmacht kann auch an eine Vertrauensperson übergeben werden, die sie im Bedarfsfall dem Bevollmächtigten aushändigt. Außerdem kann es sinnvoll sein, die Information über das Vorliegen einer Vorsorgevollmacht beim zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer zu hinterlegen. Im Betreuungsfall kann die Vollmacht hier schnell und einfach gefunden werden. Für das Hinterlegen fällt eine geringe Gebühr an.

Um sicherzustellen, dass der Bevollmächtigte den Auftrag auch annimmt und im Ernstfall tätig wird, sollte er die Vorsorgevollmacht gegenzeichnen.

Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hat dazu die Broschüre „Betreuungsrechte“ herausgegeben (mit weiteren wertvollen Informationen zum Thema. Darin befindet sich auch ein Musterformular zur Erstellung einer Vorsorgevollmacht, das an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden kann. Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden.

Das Formular für eine Vorsorgevollmacht gibt’s ebenfalls beim Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz.

Hier finden Sie auch ein Formular für die Eintragung der Vorsorgevollmacht beim Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer.

Weitere Informationen lesen Sie hier:

Bundesjustizministerium

Aktion Mensch

Caritas

Professionelle Hilfe bei der Erstellung von Vorsorgedokumenten erhalten Sie auch bei unserem Kooperationspartner, dem Online Portal meinepatienverfügung.de der Deutschen Gesellschaft für Vorsorge. Mehr darüber lesen Sie hier.