Unfall - und was jetzt?

An einen Unfall mag niemand gern denken. Für den Betroffenen kommt neben der Sorge um die eigene Gesundheit noch der ganze organisatorische Aufwand hinzu. Schließlich muss geklärt werden, wer den Unfall verursacht hat und wie der finanzielle Schaden behoben wird.

Ihre BKK RWE hilft Ihnen weiter!
Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Was bezeichnet man als Unfall?

Unter dem Begriff Unfall versteht die Rechtsprechung ein "zeitlich begrenztes, plötzliches, unfreiwilliges und von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis", bei dem eine Person verletzt wird. Ansprüche können sich beispielsweise ergeben aus:

  • einem Verkehrsunfall
  • einem Sportunfall (z. B. durch grobes Foulspiel)
  • einer Verletzung durch Tiere (z. B. Reitunfall, Hundebiss, Insektenstich)
  • einer Schlägerei/einem Überfall
  • einem Unfall im häuslichen Bereich
  • einem Unfall in öffentlichen Verkehrsmitteln (Busse und Bahnen usw.)
  • einem Unfall, weil Verkehrssicherungspflichten nicht eingehalten werden (z. B. Vernachlässigung der Räum- und Streupflicht bei Schnee und Eis)

Warum verschickt die BKK RWE Unfallfragebögen?

Ärzte, Rettungsdienste, Krankenhäuser oder andere Leistungserbringer teilen uns so gut wie nie den genauen Hergang eines Unfalls mit. Man meldet uns lediglich eine Diagnose, die auf eine Verletzung hindeutet. Oftmals können wir daher gar nicht erkennen, ob ein Unfall vorliegt. In einem solchen Fall fordert Sie der Gesetzgeber ausdrücklich auf, uns bei dieser Klärung zu unterstützen.

Einige Kunden melden uns ihre Unfälle von sich aus. Falls Sie nicht daran denken sollten, ist das kein Problem.

Zum Ablauf: So gehen wir vor

Wir senden Ihnen den BKK RWE-Unfallfragebogen zu und versuchen anhand Ihrer Angaben herauszufinden, ob eventuell Fremdverschulden vorliegt und ein Schadensersatzanspruch entstanden sein könnte. Besteht nach unserem Eindruck ein Schadensersatzanspruch, versuchen wir, diesen gegenüber dem Verursacher geltend zu machen. Den Fragebogen schicken wir Ihnen per Post nach Hause. Senden Sie ihn bitte ausgefüllt und mit Ihrer Unterschrift versehen an uns zurück.

Wichtig zu wissen: Bei den oben genannten Schadensersatzansprüchen geht es um die Ansprüche unserer BKK RWE, nicht um Ihre eigenen - für Ihre eigenen Ansprüche benötigen Sie möglicherweise die Hilfe eines Anwalts.

Wieso engagiert sich die BKK RWE so stark für die Aufklärung von Unfällen?

Täglich werden etliche Fragebögen verschickt, die Antworten werden von unseren Kolleginnen und Kollegen vom Bereich Regress bearbeitet. In ca. 90 % der Unfälle liegt kein Fremdverschulden vor. Die verbleibenden 10 % sind von größter Wichtigkeit: Bei einem durch Dritte verursachten Unfall geht der Schadenersatzanspruch des Versicherten auf die BKK RWE über. Das heißt: Die BKK RWE zahlt zunächst die Behandlungskosten in Höhe der gesetzlichen Möglichkeiten und fordert anschließend die Kosten von dem Verursacher oder der Haftpflichtversicherung zurück. Hier geht es um erhebliche Summen, die zur wirtschaftlichen Stabilität der BKK RWE beitragen.

Der Gesetzgeber hat aus diesem Grund die Krankenkassen verpflichtet, jedem Hinweis auf einen Unfall nachzugehen. Das Bundesversicherungsamt als Aufsichtsbehörde prüft unsere Bemühungen auf diesem Gebiet übrigens konsequent.

Wir möchten die Versichertengemeinschaft der BKK RWE vor unnötigen Ausgaben bewahren und den Vorgaben des Gesetzgebers nachkommen. Darum bemühen wir uns um jede Unfallschilderung. Hierdurch entsteht bei einigen Kunden der Eindruck, wir würden sie mit unseren Nachfragen oder Erinnerungen verärgern oder belästigen wollen. Das möchten wir natürlich nicht. Sehen Sie es uns aus den beschriebenen Gründen jedoch bitte nach, dass wir sehr akribisch bei Ihnen als unsere Kunden nachfragen, und unterstützen Sie bitte unsere Mitarbeiter.

Weshalb werden bei einem Unfall schon mal mehrere Fragebögen verschickt?

Das liegt daran, dass die Behandlungsmaßnahmen an unterschiedlichen Tagen bzw. von verschiedenen Leistungserbringern (Klinik, Arzt etc.) erbracht wurden. In diesem Fall können wir nicht immer erkennen, ob es sich um dieselben Unfallfolgen oder vielleicht um einen weiteren Unfall handelt.

Haben Sie für ein und denselben Unfall bereits einen Fragebogen an uns zurückgesandt und erhalten von uns einen weiteren Fragebogen, genügt ein Anruf bei den Ansprechpartnern Ihres Anschreibens oder bei unserer Service-Nummer: 0800 / 80 100 40 (kostenfrei).

Was passiert, wenn der Unfall selbst verschuldet ist?

In einem solchen Fall sind Sie bei der BKK RWE umfassend versichert: Die notwendigen Leistungen übernehmen selbstverständlich wir. Durch die Beantwortung des Fragebogens haben Sie keine Nachteile. Lediglich bei vorsätzlich selbst zugezogenen Erkrankungen sieht das Sozialgesetzbuch Möglichkeiten zu Einschränkungen bei den Leistungen vor.

Sobald eine andere Person an einem Unfall beteiligt ist, benötigen wir möglichst umfassende Angaben zu den Beteiligten und deren Haftpflichtversicherungen. Sogar bei einem selbst verschuldeten Verkehrsunfall kann die BKK RWE Schadensersatzansprüche bei Versicherungen geltend machen, ohne dass sich dadurch etwaige Schadenfreiheitsrabatte verschlechtern.

Warum wird ein Unfallfragebogen verschickt, obwohl gar kein Unfall vorliegt?

Der Versand eines Unfallfragebogens wird indirekt durch die vom Arzt gestellte Diagnose ausgelöst. Die Diagnose gibt Aufschluss, um welche Art der Verletzung (z. B. Knieprellung) es sich handelt, nennt aber nicht deren Ursache. Sollten Sie einen Fragebogen erhalten, obwohl kein Unfall vorliegt, brauchen Sie den Fragebogen natürlich nicht auszufüllen. Rufen Sie uns bitte auf jeden Fall an, wenn Sie keinen Unfall hatten oder annehmen, dass es sich bei einer Diagnose nicht um eine Unfallfolge handelt.

Denn manchmal gibt es Ereignisse, die Sie im Gegensatz zu uns gar nicht als „Unfall“ ansehen würden. Neben den klassischen Unfällen existieren weitere Situationen, aus denen Schadensersatzansprüche entstehen können. Hier einige Beispiele:

  • Implantat einer mangelhaft funktionierenden Hüftgelenksprothese
  • Gabe eines gesundheitsgefährdenden Medikaments oder Verordnung eines kontraindizierten Arzneimittels
  • während einer ärztlichen Behandlung/Operation aufgetretene Komplikationen

Auch bei anderen Besonderheiten fragen wir bei Ihnen nach, denn Sie sind unsere erste Adresse. Auch hier gilt: Wenn Sie einen Unfallfragebogen erhalten, rufen Sie bei Fragen einfach bei uns an!

Was ist ein Arbeitsunfall?

Von einem Arbeitsunfall spricht man, wenn der Unfall im direkten Bezug zur beruflichen Tätigkeit steht. Hierzu zählen auch Unfälle auf dem direkten Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle.

Die Kosten für die Behandlung von Arbeitsunfallfolgen trägt nicht die BKK RWE, sondern die gesetzliche Unfallversicherung. Der Verletzte braucht für die Behandlung von Arbeitsunfallfolgen auf Kosten der Unfallversicherung übrigens keinerlei Eigenanteile zu entrichten.

Gegen die Folgen von Arbeitsunfällen sind aber nicht nur Berufstätige versichert. Auch andere Personenkreise werden von der gesetzlichen Unfallversicherung "erfasst", ohne das zu merken. Das sind zum Beispiel:

  • Schüler und Studenten während des Unterrichts/der Vorlesung
  • Ersthelfer am Unfallort
  • ehrenamtlich Tätige
  • Blutspender
  • Krankenhauspatienten

Und natürlich gilt der Versicherungsschutz auch hier immer für den direkten Weg zwischen Wohnung und "Arbeitsstelle".

Welchen Vorteil bringt die Aufklärung von Unfällen dem Kunden?

Die BKK RWE fordert die durch den Unfall entstandenen Kosten von dem Verursacher oder dessen Haftpflichtversicherung zurück. Insgesamt geht es um erhebliche Summen, die zur wirtschaftlichen Stabilität der BKK RWE beitragen. Davon profitieren auch Sie als Kunde der BKK RWE! Darüber hinaus geht es uns darum, die Versichertengemeinschaft der BKK RWE vor unnötigen Ausgaben zu bewahren. So schützen wir letztlich die Beiträge aller Kunden der BKK RWE.

Wie benachrichtige ich die BKK RWE?

Den ausgefüllten und unterschriebenen Unfallfragebogen senden Sie bitte an folgende Adresse:

BKK RWE
29217 Celle

per Fax an
Fax-Nummer: 05141 / 9466-589