Wissenschaftler warnen vor Jodmangel

Jod gehört zu den essenziellen Spurenelementen und ist ein notwendiger Baustein der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), die für den Stoffwechsel, die Entwicklung und Aktivität des Körpers eine entscheidende Rolle spielen. Fehlt der Mikronährstoff, fällt die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut, die Schilddrüse vergrößert sich und bildet – zunächst häufig unbemerkt – einen Kropf, möglicherweise mit Schluck- und Atembeschwerden. Typische Jodmangelsymptome sind außerdem Gewichtszunahme, Leistungsminderung, Kälteempfindlichkeit, innere Unruhe, Antriebsschwäche, Schlafstörungen, Depression und eine gestörte Verdauung.

Die künstliche Zufuhr, z. B. durch Jodsalz oder Mineralstoffpräparate, aber auch der Verzehr von Meerestieren, gleichen den flächendeckenden Mangel zum Teil aus. Doch für Kinder, die Jod auch für Wachstum und Intelligenzentwicklung benötigen, ist dies nicht immer gewährleistet.

Mit der Krakauer Erklärung zu Jod fordern Wissenschaftler des EU-geförderten Projektes EUthyroid und mehrere Interessengruppen Entscheidungsträger in Europa daher auf, jetzt politische Maßnahmen zu setzen, die dem weitverbreiteten Jodmangel entgegenwirken.

Während der Schwangerschaft haben Frauen einen erhöhten Jodbedarf, der häufig über ihre normale Ernährung nicht abgedeckt wird. Wissenschaftler sind besorgt, weil selbst ein leichter Jodmangel der Mutter zu einem niedrigeren IQ beim Kind führen kann, die meisten Mütter aber darüber nicht informiert sind.

Experten warnen, dass in vielen europäischen Ländern bis zu 50 % aller Neugeborenen einem leichten Jodmangel ausgesetzt sind. Seit Jahrzehnten fordert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine regelmäßige Kontrolle der Jodversorgung in der Bevölkerung und eine vereinheitlichte Salzjodierung als wichtige Schritte, um den Jodmangel in Europa zu erheben und zu beseitigen.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

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