Winterplage Blasenentzündung

Frau mit Waermflasche auf dem Unterbauch

Wenn Feuchtigkeit und Kälte die Abwehrkraft des Körpers herabsetzen, steigt auch die Zahl der Blasenentzündungen – meist vorübergehend, aber ebenso schmerzhaft.

Feucht-kaltes Wetter oder ein Aufenthalt im Wasser, und bald darauf stellen sich Harndrang und Brennen beim Wasserlassen ein – so beginnt häufig eine Blasenentzündung (Zystitis). Dabei können sich die Symptome bis zu heftigen Unterleibsschmerzen steigern. Meist trifft es Frauen, die mit einer nur 3 cm langen Harnröhre (Männer: ca. 23 cm) Bakterien ein leichtes Ziel bieten. Viele darunter leiden unter einer Reizblase, die immer wieder oder sogar ständig Entzündungen entwickelt (Hinweis: Selten besteht hierbei eine Abflussbehinderung – die sich über eine Blasenspiegelung feststellen lässt).

Wärme und Trinken vertreiben die Erreger

Kühlen Schleimhäute und andere Körperbereiche ab, nimmt deren Abwehrkraft gegenüber Krankheitserregern ab. Halten Sie sich deshalb warm (v. a. die Füße) und kleiden Sie sich – auch im Innenraum – der Witterung entsprechend. Wärmende Funktions- und Wollkleidung (z. B. Skiunterwäsche) kann dabei wertvolle Dienste leisten. Halten Sie sich außerdem immer trocken und trinken Sie reichlich warmen Kräutertee (Tipp: Eine Tasse Lindenblütentee täglich wärmt den Körper von innen). Bei Frösteln eignet sich ein ansteigendes Fußbad: Dazu stellen Sie die Füße in eine kleine Wanne mit warmem Wasser und gießen über 15 Min. immer wieder heißes Wasser zu, solange es noch angenehm ist. Danach die Füße trocken und warm einpacken. Stärken Sie den Körper in symptomfreien Phasen durch Bewegung an der frischen Luft, kühle Güsse und sparsames Heizen. Sitzen Sie nicht auf kalten Flächen (Sitzkissen bzw. Jacke unterlegen) und trinken Sie mindestens 1,5 l täglich, um Keime aus der Blase zu spülen.

Hygiene großgeschrieben

Auch die Intimhygiene (täglich mit warmem Wasser spülen) spielt eine wichtige Rolle in der Vorbeugung, auch beim Sexualpartner: Die „Honeymoon-Zystitis“ tritt v. a. bei frisch verliebten Paaren auf. Weil die eigenen Darmbakterien ebenfalls eine mögliche Infektionsquelle darstellen, sollte man auch ihnen durch Hygiene (z. B. beim Toilettengang) den Weg zur Harnröhre verwehren.

Auch Stress, Ängste und Nervosität begünstigen Blasenentzündungen. Suchen Sie daher gezielt Entspannung und Gelassenheit, delegieren Sie und sagen Sie auch einmal Nein. Nehmen Sie Energiequellen wie Freunde, Partnerschaft, Hobby, Sport, Kunst, frische Luft, sinngebende Aufgaben und regelmäßigen Lebensrhythmus in Anspruch.

Selbsthilfe bei Blasenentzündung

Wenn sich dennoch eine Blasenentzündung einstellt, sollten Sie viel Wasser und Tee trinken – 3–5 l pro Tag. Halten Sie das Becken warm – wenn es angenehm ist, auch mit einer Wärmflasche bzw. einem warmen Kirschkernkissen. Ruhen und schlafen Sie ausreichend und meiden Sie alle Auslöser. Auch Blasentee hat sich bewährt. Neben Fertigmischungen (ohne Zucker) können Sie sich einen stark harntreibenden Tee aus Goldrutenkraut, Birkenblättern, Brennnessel, Schachtelhalm und Wacholderbeeren zubereiten: Getrocknete Pflanzenteile (Apotheke) zu gleichen Teilen mischen, 2 TL mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 5–10 Min. ziehen lassen, dann absieben und täglich 2–3 Tassen sehr warm trinken.

Hinweis: Bei Fieber, Blut im Urin oder einer Dauer über drei Tagen sollten Sie ärztlichen Rat einholen, ebenso bei ungewöhnlichen Schmerzen/Symptomen oder häufigem Auftreten.

Quelle: www.text-gesundheit.de

Foto: © absolutimages - stock.adobe

Zurück