Vom bösen Ei und gesunden Meersalz

Abendkost macht dick, Kaffee entzieht Wasser und Eier erhöhen das Cholesterin? Diese und weitere Mythen halten sich hartnäckig, ebenso wie folgende Ernährungsmärchen.

Sehkraft durch Möhren

Zwar kann ein Vitamin-A-Mangel zu Nachtblindheit führen. Möhren – die dieses Vitamin enthalten – ändern jedoch nichts an der Sehkraft, zumal ein Mangel bei durchschnittlicher Ernährung und Lebensweise nicht auftritt.

Eisenreicher Spinat

Obwohl oft widerlegt, hält sich die Legende des eisenreichen Spinats, die auf einem einstigen Druckfehler beruht. Denn Spinat enthält nur etwa 4 mg Eisen pro 100 g. Gute Eisenlieferanten sind hingegen z. B. Ei, Bohnen, Hirse und Amarant.

Rohes Gemüse gesünder als gekochtes

Magen und Darm reagieren auf zu viel Rohes gereizt und lieben eher schonend gegarte Nahrungsmittel, die häufig sogar eine höhere Nährstoffaufnahme ermöglichen. Kochen reduziert zwar Vitamine, aber bei schonender Zubereitung nur etwa zu 20 %.

Minderwertige Tiefkühlkost

Nahrung in bunten Plastikbeuteln mundgerecht verarbeitet und Monate gelagert – das wirkt ungesund. Doch Tiefkühlnahrung wird direkt nach der Ernte schockgefroren und kann damit in Sachen Frische und Nährstoffgehalt die frischen Waren aus der Supermarktauslage häufig übertreffen.

Gemüse in den Kühlschrank

Die meisten Gemüsearten halten sich außerhalb des Kühlschranks länger oder erhalten besser ihr Geschmacks- und Nährstoffprofil. Wenn Sie Ihr Gemüse frisch und ungekühlt verwenden, haben Sie mehr vom Essen.

Zu Steinobst nichts trinken

Millionen glauben, dass sie nach dem Genuss von Kirschen, Pflaumen oder Pfirsichen nichts trinken dürfen. Es spricht jedoch nichts dagegen.

Vitamine im Salat

Auch der vitaminreiche Blattsalat gehört ins Reich der Mythen: Ein ganzer Kopfsalat enthält etwa so viele Vitamine wie eine Rosenkohlknospe.

Dunkles Brot ist gesünder

Vollkornbrot und -mehl sind aufgrund der Ballaststoffe gesünder als helles Brot. Allerdings sind die meisten dunklen Brote beim Bäcker lediglich mit Malz bzw. Zuckercouleur eingefärbt.

Margarine besser als Butter

Obwohl pflanzlichen Ursprungs, ist Margarine laut einer großen Studie nicht gesünder als Butter und wirkt damit weder Herzinfarkt noch Schlaganfall entgegen. Generell scheint der Butterkonsum keinen Einfluss auf diese Erkrankungen zu haben.

Gesundes Meersalz

Meersalz klingt nach Natur, Fernblick und Urlaub – gesünder als herkömmliches Speisesalz ist es jedoch nicht. Dazu ist der Gehalt an Spurenelementen zu gering.

Außerdem: Eier, Kaffee und Abendkost

Schließlich zu den eingangs erwähnten Übeltätern: Ei – insbesondere das Eigelb – enthält tatsächlich viel Cholesterin, erhöht dieses jedoch nicht im Blut. Daher können Sie bedenkenlos Ihr tägliches Frühstücksei genießen. Auch vor Austrocknung durch Kaffee müssen Sie sich nicht schützen, denn er zeigt erst bei seltenem oder übermäßigem Genuss einen entwässernden Effekt. Ebenso wenig müssen sie – wie oft empfohlen – frühstücken wie Könige und zu Abend essen wie Bettler. Denn so lange der Körper nur so viele Kalorien aufnimmt, wie er verbraucht, können Sie diese zu sich nehmen, wann und wie Sie wollen. Spätabendliche üppige Mahlzeiten können allerdings den Schlaf stören.

Quelle: www.text-gesundheit.de

Foto: © Adobe Stock, StockPhotoPro

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