Urlaub: Bettwanzen als blinde Passagiere

Sie übertragen keine Krankheiten, sind aber äußerst lästig: Bettwanzen galten in Deutschland als nahezu ausgerottet, doch die kleinen Blutsauger breiten sich wieder aus. Als Hauptursachen gelten Tourismus und Handel sowie zunehmende Resistenzen der Tiere gegen Insektizide. Sie sind äußerst widerstandsfähig, haben eine Lebenserwartung von etwa zwölf Monaten und werden zwischen 4 und 8,5 mm groß. Die ersten Wanzenstadien erreichen allerdings nur etwa 1 mm, sind hell gefärbt und deshalb nur schlecht zu erkennen.

Bettwanzen verbreiten sich vor allem beim Transport befallener Gegenstände – das können Reisekoffer und -taschen, aber auch gebrauchte Möbel oder andere Waren sein. Dass ein Befall mit mangelnder Hygiene zu tun hat, ist ein weit verbreiteter Irrtum.

Die meisten Menschen reagieren auf die Stiche mit kleinen blutunterlaufenen Pusteln und Juckreiz. Weil diese jedoch den Stichen anderer Insekten ähneln und sich die Bettwanzen gut in Bett, Möbelstücken, hinter Bilderrahmen, Lichtschaltern, Tapeten, Fußleisten etc. verstecken, werden sie meist über lange Zeit nicht bemerkt. Sie können monatelang hungern, sodass auch lange unbewohnte Räume, die möglicherweise nicht fachgerecht saniert wurden, noch mit Wanzen befallen sein können. Steht ihnen der Mensch als Wirt nicht zur Verfügung, können sie auf andere Wirte wie Hund und Katze übergehen. Bei Verdacht oder Sichtung von Tieren sollte daher ein Schädlingsbekämpfer zurate gezogen werden. Denn Bettwanzen zu beseitigen, dauert auch für Experten je nach Stärke des Befalls meist mehrere Wochen.

Die Bekämpfung erfolgt meistens mit dem mehrmaligen Einsatz hochwirksamer Insektizide. Kleinere befallene Gegenstände wie Bilderrahmen, Bücher, Stofftiere oder Textilien können in Folie verpackt und tiefgefroren werden (drei Tage bei -18 °C), um Wanzen und Eier abzutöten. Im Sommer bietet es sich an, die in Plastiktüten verpackten Gegenstände eine Stunde in die Mittagssonne zu legen, was die Wanzen nicht überleben.

Da die Tiere häufig aus Ferienunterkünften eingeschleppt werden, sollte man auf Reisen das Zimmer, vor allem Bett und Matratze, auf Tiere und ihre Spuren untersuchen. Gepäckstücke nach der Rückkehr so weit wie möglich vom Bett entfernt aufbewahren. Besteht der Verdacht auf einen Befall, sollte das Gepäck zum Beispiel in der Badewanne ausgepackt werden, um fliehende Tiere zu entdecken. Auch vor dem Kauf gebrauchter Matratzen, Möbel, Bilder usw. sollten diese auf Wanzenspuren wie Häute, Kotpunkte oder lebende Tiere untersucht werden.

Informationen für Wanderer, die auf Schutzhütten in den Bergen übernachten, liefert der UBA-Flyer „Bettwanzen wandern mit“ unter https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/bettwanzen-wandern.

Weitere Informationen unter https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/bettwanzen-erkennen-vorbeugen-bekaempfen.

Quelle: www.umweltbundesamt.de

Zurück