Ultraschallvorsorge für Gebärmutter und Eierstöcke eher schädlich

Ultraschallvorsorge Untersuchung

Unter www.igel-monitor.de erhalten Versicherte evidenzbasierte Bewertungen zu sogenannten Selbstzahlerleistungen, auch Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) genannt. Entwickelt wurde die nicht-kommerzielle Internetplattform vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS).

Gynäkologische Praxen bieten ergänzend zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen Früherkennungsuntersuchungen per Ultraschall an - oft im Rahmen einer "gynäkologischen Krebsvorsorge", einer "großen Krebsvorsorge für die Frau" oder eines "Sono-Checks". Oft werden die Eierstöcke und der Gebärmutterkörper zusammen untersucht. Die Leistungen müssen als IGeL von den Versicherten selbst bezahlt werden.

Das Team des IGeL-Monitors wollte wissen, ob durch eine Ultraschalluntersuchung Krebserkrankungen des Gebärmutterkörpers oder der Eierstöcke frühzeitig erkannt werden können und sich dadurch das Leben der Betroffenen verlängert oder sich ihre Lebensqualität verbessert.

Bezogen auf den Gebärmutterkörperkrebs ließen sich weltweit keine Studien ausmachen, die einen Nutzen belegen. Zur Krebserkrankung der Eierstöcke fand das Team des IGeL-Monitors eine hochwertige aktuelle Übersichtsarbeit sowie Langzeitergebnisse einer großen Screening-Studie. Beide belegen, dass sich die Sterblichkeit bei Frauen mit und ohne Ultraschall kaum unterscheidet.

Bei beiden Früherkennungsuntersuchungen kann es zu falsch positiven Ergebnissen kommen. So zeigen Studien, dass von 100 Frauen mit einem positiven Testergebnis nach einer Ultraschall-Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterkörperkrebs weniger als eine tatsächlich an Krebs erkrankt. Nach einer Ultraschall-Früherkennungsuntersuchung auf Eierstockkrebs werden bei 3 von 100 Frauen gesunde, nicht krebserkrankte Eierstöcke entfernt. Diese Folgen eines falsch positiven Untersuchungsergebnisses wertet das Team des IGeL-Monitors als schädlich. Entsprechend raten auch die medizinischen Fachgesellschaften Deutsche Krebsgesellschaft und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die Deutsche Krebshilfe bei symptomfreien Frauen ohne familiäre Vorbelastung von beiden Untersuchungen ab.

Laut einer Befragung des IGeL-Monitors von 2020 werden auch jüngeren Frauen Ultraschalluntersuchungen zur Krebsfrüherkennung angeboten, obwohl sie ein nur geringes Krankheitsrisiko haben. Wenn Frauen hingegen Symptome haben, wie beispielsweise unnormale Blutungen, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Ultraschalluntersuchung.

Zur Bewertung der IGeL "Ultraschall zur Früherkennung von Gebärmutterkörperkrebs"

Zur Bewertung der IGeL "Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung"

Zu den IGeL-Reports

Quelle: www.igel-monitor.de

Foto: © Alexander Raths - stock.adobe

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