Typische Hautzeichen bei HIV

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In Deutschland infizieren sich jährlich etwa 2.600 Menschen mit HIV. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) leben hierzulande rund 88.000 Menschen mit einer HIV-Infektion. Sie bleibt jedoch zunächst lange ohne Symptome und wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium mit einer schlechteren Prognose entdeckt. Doch bestimmte Hauterscheinungen können wertvolle Frühzeichen liefern, welche die Behandlungsmöglichkeiten und deren Erfolgschancen deutlich verbessern. Denn HIV-infizierte Menschen leiden im Vergleich zur Normalbevölkerung häufiger unter Hauterkrankungen. Bei solchen Anzeichen ist sofort ein HIV-Test durchzuführen. Dann kann eine lebenslange effektive antivirale Behandlung früh beginnen und ein weitgehend normales Leben ermöglichen.

Ohne Therapie nimmt die Immunschwäche zu, und in einem Zeitraum von bis zu zehn Jahren entwickeln sich Tumoren und weitere Infektionen, die aufgrund der gestörten Immunabwehr auftreten und oft schwer verlaufen.

Die moderne antivirale Behandlung hat geholfen, die Sterblichkeit und die Häufigkeit der Erkrankung insgesamt zu senken. Gleichzeitig konnte die Lebenserwartung von Menschen, die mit einer HIV-Infektionen leben, verbessert werden. Die Zahl der Neuinfektionen ist seit einigen Jahren leicht rückgängig.

Für Professor Dr. med. Peter Elsner, Medienbeauftragter der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), wird diese positive Entwicklung dadurch getrübt, dass zugleich der Anteil derjenigen, deren Erstdiagnose erst in fortgeschrittenen Stadien der Infektion erfolgt, mit 32 % konstant hoch ist. „Wie bei vielen anderen dermatologischen Erkrankungen ist eine frühe Diagnose für den Therapieerfolg immens wichtig“, sagt Elsner. Zum anderen gelten effektiv behandelte HIV-Infizierte (HIV+) als nicht mehr ansteckend. Das verhindert die Weitergabe des Virus.

„Viele AIDS-definierende Erkrankungen zeigen sich an Haut und Schleimhäuten. Umso wichtiger ist es, dass Dermatologinnen und Dermatologen beim Untersuchen erkrankter Haut die Möglichkeit einer HIV-Infektion als ursächlich in Betracht ziehen“, betont Elsner. Eine akute HIV-Infektion geht häufig mit einem Hautausschlag mit begleitenden Lymphknotenvergrößerungen einher. Pilzinfektionen im Mund- und Vaginalbereich können im weiteren Verlauf dazukommen, ebenso Gürtelrose und Krebsfrühstadien von Gebärmutterhalskrebs. Auch bei anderen Geschlechtskrankheiten wie der Syphilis, die mit Hauterscheinungen einhergeht, sollte eine Ko-Infektion mit dem HI-Virus ausgeschlossen werden.
Ein typischer HIV-assoziierter Hauttumor ist das Kaposi-Sarkom, das durch das Humane Herpesvirus 8 mitverursacht wird. Flache, rote bis purpurne Flecken oder Knoten treten auf der Haut auf.
Auch ein schweres seborrhoisches Ekzem kann ein Hinweis sein. Erkennbar ist es durch gelbliche, fettige Schuppen auf der Kopfhaut, aber auch im Gesicht.

„Menschen, die aufgrund ihres Sexualverhaltens eine Ansteckung nicht grundsätzlich ausschließen können, sollten bei irritierenden Hauterscheinungen unbedingt dermatologischen Rat suchen“, so Professor Elsner.

Quelle: www.derma.de

Foto: © fizkes - stock.adobe

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