Starkes Schwitzen: Was tun?

Manche Menschen kommen selbst in der Sauna nicht ins Schwitzen, andere schon beim Gedanken daran: Bereits bei normaler Zimmertemperatur, kleinen Anstrengungen oder leichter Anspannung perlt der Schweiß über Gesicht und Nacken und bildet nasse Flecken an Achseln, Brust und Rücken. Hände, Füße, Autositze und Bürostühle sind feucht. Bei Besprechungen klebt der nasse Rücken an der Lehne. Beim Sport ergießen sich die Schweißströme in alle Richtungen und durchnässen die Kleidung komplett. Man spricht von Hyperhidrose.

Sofern man sich durch trockene Wechselkleidung vor Auskühlung schützt und genug trinkt, hat man davon allerdings gesundheitlich keine Nachteile zu befürchten, im Gegenteil: Im Sommer, beim Training und in der Sauna sind Vielschwitzer sogar besser vor Überhitzung geschützt. Doch in Gesellschaft fühlen sie sich oft unwohl und suchen daher nach Lösungen.

Meist ist Stress der Auslöser

Bis zu drei Liter Schweiß kann der Körper in der Stunde produzieren – lebensrettend bei Krankheiten, Hitze oder starker Anstrengung. Doch zu viel des Guten stört. Häufig ist Stress ein Auslöser. Wer Angst vor dem Schwitzen hat, gerät zusätzlich in einen Teufelskreis, denn diese verstärkt den Schweißfluss. In der Evolution des Menschen war dies notwendig: So konnte schon im Vorfeld der Flucht oder des Kampfes die Kühlung angeworfen werden.

Daneben können auch Tumorerkrankungen (hier häufig mit Nachtschweiß) und verschiedene Medikamente die Schweißbildung verstärken. Frauen schwitzen außerdem in den Wechseljahren häufig deutlich mehr. Dies ist auch bei Übergewicht der Fall: Besonders Fett im Bauchbereich kann die Thermoregulation empfindlich stören. Auch wer einfach viel Kalorien verbrennt und immer warme Haut hat, schwitzt stärker. Besteht das starke Schwitzen seit der Kindheit und Jugend, ist es vermutlich angeboren. In jedem Fall sollte der Arzt gesundheitliche Ursachen abklären, wenn es die Norm auffällig übersteigt.

Deo, Kleidung oder Salbei gehen vor OP und Botox

Spezielle Deodorants können die Schweißbildung hemmen, indem sie die Schweißdrüsen verengen oder verstopfen. Diese sogenannten Adstrigentien oder Antitranspirante eignen sich besonders für den Achselbereich. Häufig kommt dabei Aluminiumchlorid zum Einsatz. Allerdings reizt dieses die Haut und steht zudem in der Kritik: Zuletzt wiesen Forscher 2016 bei einem Experiment an Mäusen nach, dass die Substanz das Risiko für Brustkrebs erhöht. Ein altes Hausmittel ist dagegen ungefährlich: das Abwaschen mit starkem Salbeitee oder Salbeiextrakten. Beides kann bei guter Verträglichkeit auch eingenommen werden. Bei feuchten Händen und Füßen eignet sich auch die Iontophorese. Dabei fließt ein schwacher Gleitstrom in einem Wasserbad über Hände oder Füße.

Schweiß ist übrigens geruchlos. Erst wenn er, z. B. unter den Achseln, in Hautfalten oder den Leisten, längere Zeit auf der Haut verbleibt, sorgen Bakterien für den strengen Geruch. Dieser lässt sich daher auch mit saugfähiger Wäsche mit hoher Wasserkapazität sowie antibakterielle Kleidung, Lotion, Seife oder Paste (Apotheke) bekämpfen.

Operative Eingriffe oder Botox-Injektionen sollten aufgrund der Risiken erst ganz am Ende der Maßnahmen stehen. Häufig gilt es eher, die Ursachen zu finden – wenn diese behoben ist, erledigt sich meist auch das Problem. In vielen Fällen bringt eine Kombination aus Gewichtsabnahme, Entspannung, Stressmanagement, Antitranspirantien, saugfähiger Kleidung und ein Akzeptieren des Schwitzens die besten Ergebnisse.

Quelle: FKM/EAT SMARTER, Portal für ausgewogene Ernährung, Fitness und Gesundheit, www.eatsmarter.de

Foto: efired - stock.adobe

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