Sonnenstich: Kühlen Kopf bewahren

Die Sonne lockt Millionen Menschen ins Freie, ob zum Grillen, Bewegen, Garten Pflegen oder einfach zum Entspannen. Doch viele unterschätzen deren Wirkung auf den Körper. Denn in Maßen äußerst gesund und vitalisierend, wird direkte Sonnenstrahlung im Übermaß zur der aggressiven Belastung.

Während die unsichtbare UV-Strahlung Hautzellen angreift, heizt die wärmende Infrarotstrahlung bei stundenlanger Einwirkung den Körper auf. Besonders, wer sich ohne Kopfbedeckung länger in der direkten Sonne aufhält, kann leicht einen Sonnenstich entwickeln. Denn die Hirnhaut reagiert mit einer vorübergehenden Entzündung auf die Erwärmung. Entsprechend äußern sich die Symptome: Schwindel, Übelkeit, Nackenschmerzen, evtl. auch Erbrechen, Nackensteifigkeit und Kopfschmerzen, bis hin zu einem Kreislaufkollaps (Hitzekollaps). Letzterer kann auch durch Flüssigkeitsverlust oder hitzebedingte Erweiterung der äußeren Blutgefäße mit Blutdruckabfall entstehen.

Noch weiter führt der Hitzschlag, bei dem die Schweißbildung versagt und sich die Körpertemperatur schließlich unkontrolliert steigert. Dies ist auch in überhitzten Räumen möglich. Zu den Symptomen des Sonnenstichs kommen ein hochroter Kopf, heiße trockene Haut, Fieber und Bewusstseinseintrübung, häufig auch Bewusstlosigkeit und Kreislaufkollaps hinzu. Durch Flüssigkeitsverlust kann es zu Hitzekrämpfen kommen.

Erhöhtes Sonnenstich- und Hitzschlagrisiko besteht im Sommer bei:

  • dünnem oder fehlendem Haar
  • Kindern unter 6 Jahren
  • mehr als 30 Minuten direkter Sonne
  • körperlicher Anstrengung bei großer Hitze
  • hohem Flüssigkeitsverlust (Schwitzen, Durchfall) oder zu geringer Flüssigkeitsaufnahme
  • zu warmer Kleidung
  • fehlender Kopfbedeckung
  • längerem Stehen, besonders unter vielen Menschen
  • hoher Luftfeuchtigkeit
  • geringem Luftaustausch
  • Medikamenten und Alkohol

Bei den ersten Anzeichen handeln

Bei Symptomen eines Sonnenstichs sollte der/die Betroffene sofort mit erhöhtem Oberkörper an einen kühlen, schattigen Ort gelegt und, besonders am Kopf, über 15–30 Minuten z. B. mit feuchten Tüchern gekühlt werden, jedoch nicht zu stark. Reichlich trinken ist außerdem angezeigt, z. B. Wasser mit Apfelsaft (2:1) und einem Teelöffel Salz pro Liter. Jeder Sonnenstich oder Hitzschlag sollte direkt ärztlich behandelt werden. Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit sind immer ein Notfall, der vom Rettungsdienst versorgt werden muss. Hier nichts mehr zu essen oder zu trinken geben (Gefahr des Erbrechens). Bei Bewusstlosigkeit: Atmung und Herzschlag prüfen, wenn vorhanden: stabile Seitenlage (wenn nicht: Herzdruckmassage).

Wenn jemand unter Sonneneinstrahlung ohne besonderen Grund schläfrig, blass oder benommen wird, deutet dies auf einen gefährlichen Hitzekollaps hin.

Vorbeugung: Schatten, trinken und schützende Kleidung

Jeder Sonnenstich oder Hitzschlag ist einer zu viel. Bleiben Sie daher während hochsommerlicher Mittagshitze (ca. 12–15 Uhr) komplett im Schatten und gönnen Sie sich z. B. einen erholsamen Mittagsschlaf. Säuglinge und Kleinkinder sollten grundsätzlich keiner direkten Sonne ausgesetzt sein. Trinken Sie ausreichend Wasser (Flasche immer im Gepäck) – je nach Flüssigkeitsverlust 2–5 l pro Tag. Lange luftige Kleidung schützt ebenso vor der Sonne wie eine breitkrempige Kopfbedeckung. Klimatisieren Sie Räume oder Fahrzeuge nicht unter 25 °C, da dies zu Kreislaufproblemen beim Schritt ins Freie führt. Essen Sie leicht und verzichten Sie auf Alkohol. Kühlen Sie sich bei Bedarf mit Wasser oder feuchten Handtüchern und meiden Sie bei großer Hitze körperliche Anstrengung. Dann können Sie auch den Hochsommer ohne Reue genießen.

Foto: Jürgen Fälchle

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