Senioren: Ausreichend trinken!

Alte Menschen müssen mehr auf ihren Flüssigkeitshaushalt achten als jüngere, denn mit dem Alter steigt die Gefahr eines Wassermangels, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE mitteilt. Die Ursachen liegen in einer zu geringen Flüssigkeitszufuhr und gegebenenfalls größeren Flüssigkeitsverlusten. Im Alter lässt oftmals das Durstempfinden nach und es wird weniger getrunken. Es kann so abgeschwächt sein, dass ältere Menschen nicht mehr in der Lage sind, einen bestehenden Flüssigkeitsmangel wahrzunehmen.

Auch Angst vor nächtlichen Toilettengängen aufgrund von Inkontinenz oder Prostatabeschwerden, Schluckstörungen oder Vergesslichkeit, z. B. bei Demenz, sind häufige Trinkhemmnisse. Für Alleinlebende kann das Transportieren schwerer Getränke – ob vom Supermarkt nach Hause oder vom Keller in die Wohnung – zum Hindernis werden. Hier können Verwandte, Freunde, Nachbarn oder ein Getränke-Lieferdienst Hilfe leisten oder auf Leitungswasser verwiesen werden – das gesündeste aller Getränke.

Zudem sinkt die Fähigkeit der Nieren, den Harn zu konzentrieren, und der Körper scheidet mehr Urin aus. Erste Anzeichen können Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, Mundtrockenheit, nachlassende Gewebespannung der Haut, eingeschränkte Leistungsfähigkeit bis hin zu Verwirrtheit und Schwindel sein. Nur selten werden diese Symptome mit einem Flüssigkeitsmangel in Verbindung gebracht. Gerade im Sommer, an besonders heißen Tagen, kann es bei Senioren schnell problematisch werden. Doch soweit muss es nicht kommen.

Senioren sollten täglich ca. 1,3 Liter, besser 1,5 Liter trinken, so die DGE. Durch Hitze, reichlich Speisesalz oder hohe Eiweißzufuhr, Krankheiten mit Durchfall sowie Erbrechen kann der Bedarf erhöht sein. Je weniger gegessen wird, desto mehr muss getrunken werden. Denn durch die geringe Nahrungszufuhr fehlt es an in Lebensmitteln enthaltenem Wasser. Über den Tag verteilt getrunken, versorgen wasserreiche, energiearme Getränke den Körper am besten mit Flüssigkeit. Besonders eignen sich Trink- oder Mineralwasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees sowie mit Wasser verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Auch Kaffee und Tee können zur Flüssigkeitsbilanz hinzugerechnet werden. Aufgrund der anregenden Wirkung von Koffein auf Herz und Kreislauf sind sie jedoch nicht als Durstlöscher geeignet. Bis zu 4 Tassen Kaffee pro Tag sind in Ordnung.

Falls eine Begrenzung der Flüssigkeitsmenge, z. B. bei Herzinsuffizienz oder Nierenerkrankungen, erforderlich ist, sollte Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Folgende Tipps helfen Senioren, ihr Trinkverhalten zu optimieren:

  • Sorgen Sie dafür, dass zu jeder Mahlzeit ein Getränk bereitsteht. Viele Senioren haben seit ihrer Kindheit den Spruch verinnerlicht: „Beim Essen wird nicht getrunken!“ Somit fällt es ihnen schwer, zu den Mahlzeiten zu trinken.
  • Füllen Sie leere Gläser und Tassen gleich wieder auf.
  • Stellen Sie an häufig frequentierten Stellen in der Wohnung, z. B. neben den Kühlschrank oder am Fernseher, ein Getränk bereit. Dies erinnert ans Trinken.
  • Farbenfrohe Obstschorlen, Gemüsesäfte und Milchmixgetränke bringen Abwechslung: Trauben-, Apfel-, Orangen-, Rhabarber-, Pfirsichschorle, Tomatensaft, Karottensaft, Buttermilch mit Gurken und Kräutern pürieren, Beeren mit Milch mixen.
  • Auch wasserhaltige Mahlzeiten, insbesondere Suppen und Obst wie Pfirsiche, Nektarinen oder Melonen liefern Flüssigkeit. Schneiden Sie Obst in mundgerechte Stücke.
  • Bei Schluckbeschwerden helfen spezielle Trinkgefäße.
Quelle: dge
Foto: nito

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