Regeln für Ernährung: weniger „verkopft“

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat ihre „10 Regeln für eine gesunde Ernährung“ überarbeitet, unter dem Motto: präziser, zeitgemäßer und leichter umsetzbar.

„Wir begrüßen die neuen, vereinfachten DGE-Regeln, denn langfristig kommt es auf eine gesunde Lebensmittelauswahl an, dazu müssen wir die Menschen befähigen. ‚Verkopfte‘ Nährwertempfehlungen sind im Alltag für den Verbraucher weder umsetzbar noch überprüfbar“, lobt Prof. Dr. Matthias Blüher, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG). „Wir begrüßen auch ausdrücklich, dass der Punkt ‚Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben‘ weiterhin integraler Bestandteil ist, denn die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland kämpft täglich mit zunehmendem Körpergewicht.“

„Die neuen lebensmittelzentrierten Empfehlungen sind eindeutiger formuliert und werden es den Menschen zukünftig leichter machen, eine gesunde Lebensmittelauswahl zu treffen“, kommentiert Prof. Dr. Hans Hauner, Mitglied im Beirat der DAG. „Die DGE verabschiedet sich von den bisherigen, von vielen als starr empfundenen Regeln und ermöglicht so auch größere Flexibilität und Freiheitsgrade.“

Was hat sich konkret verändert?

Während in der Vergangenheit Empfehlungen zu Nährwerten in Gramm oder Tages-Energieprozenten angegeben wurden (z. B. 60–80 g Fett und 30 g Ballaststoffe pro Tag oder Fettanteil von 30 % der Gesamtenergieaufnahme pro Tag), nennen die neuen Empfehlungen jetzt konkrete Lebensmittelgruppen mit eher ungefähren Mengenangaben. Gemüse und Obst werden nochmals aufgewertet, indem sie bereits an zweiter Stelle nach der empfohlenen vielfältigen Lebensmittelauswahl genannt werden, während die stärkereichen Lebensmittel nun erst an dritter Stelle vorkommen und hier der Aspekt „Vollkorn“ im Vordergrund steht.

Tierische Lebensmittel sollen die überwiegend pflanzliche Nahrung nur noch „ergänzen“. Im Hinblick auf die Fette steht die Qualität im Vordergrund, nicht mehr die Menge: Versteckte und unsichtbare Fette sollen gemieden werden. Bei Zucker und Salz sinkt die Toleranz: Hier heißt es nun eindeutig „einsparen“ (statt „in Maßen“). Zum Trinken steht nun eine klare Empfehlung im Vordergrund: „am besten Wasser“. Von zuckergesüßten und alkoholischen Getränken wird explizit abgeraten. Neu ist auch der sensitiv-vielschichtige Begriff der „Achtsamkeit“ im Zusammenhang mit dem Genuss beim Essen.

Weitere Informationen: http://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge

Quelle: http://www.adipositas-gesellschaft.de


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