Rauchstopp: Wann, wenn nicht jetzt?

Rauchstopp

Pro Jahr erkranken in Deutschland aufgrund des Rauchens etwa 85.000 Menschen an Krebs. Damit geht etwa jede fünfte neue Krebserkrankung auf das Rauchen zurück. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge verursacht Rauchen mindestens zwölf verschiedene Krebsarten. Besonders betroffen ist die Lunge: Etwa neun von zehn Lungenkrebserkrankungen bei Männern sind auf das Rauchen zurückzuführen, bei Frauen liegt diese Quote bei etwa acht von zehn Fällen.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig: „Tabakkonsum ist die bedeutendste vermeidbare Ursache für Krankheit und Tod. Trotz aller Präventionserfolge versterben jährlich allein in Deutschland 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Dies sind 13,3 % aller Todesfälle – welche durch einen Rauchstopp vermieden werden können.“

Prof. Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), erklärt: „Trotz des deutlich erhöhten Krebsrisikos durch Rauchen liegt bei Erwachsenen in Deutschland die Raucherquote immer noch bei über 20 %. Ein großer Teil der Lungenkrebserkrankungen könnte durch einen konsequenten Rauchstopp vermieden werden. Wer heute mit dem Rauchen aufhört, hat in zehn Jahren ein um die Hälfte verringertes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Auch die Coronavirus-Pandemie sollte Raucherinnen und Raucher von den Vorteilen des Rauchausstiegs überzeugen. Denn wer raucht, ist besonders gefährdet für einen schweren COVID-19-Verlauf aufgrund häufiger vorkommender Vorerkrankungen der Lunge. Grundsätzlich gilt: Der Rauchstopp ist in jedem Alter und in jeder Lebensphase eine der besten Entscheidungen, die man für seine eigene Gesundheit treffen kann.“

Nachdem über viele Jahre die Zahl der Raucher kontinuierlich abnahm, kam es im Rahmen der Lockdown-Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung laut Umfragen wieder zu einem deutlichen Anstieg. So führten die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg und die Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim ab April 2020 eine Onlinebefragung durch. Ergebnis: Ab Beginn der Ausgangsbeschränkungen im Frühjahr 2020 konsumierten 9,0 % der befragten Raucher weniger, aber 42,7 % mehr Tabak als zuvor. 3,6 % hatten neu mit dem Rauchen begonnen. Allein daraus errechnen sich bei fortdauerndem Tabakkonsum über 2 Millionen zusätzliche Todesfälle. Ähnliche Anstiege zeigten sich beim Alkohol (37,4 % konsumierten mehr Alkohol als zuvor).

Die BZgA unterstützt beim Rauchstopp mit kostenfreien Angeboten (Bestellung von Materialien unter https://www.bzga.de/infomaterialien und bestellung@bzga.de):

  • Telefonische Beratung zur Rauchentwöhnung unter der kostenfreien Servicenummer 0800 8313131, montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr; freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr
  • Online-Ausstiegsprogramm unter https://www.rauchfrei-info.de sowie persönlicher Unterstützung durch Online-Mentoren unter: https://www.rauchfrei-info.de/community/ueberblick-der-rauchfrei-lotsen/
  • Gruppenkurs https://www.rauchfrei-programm.de
  • START-Paket zum Nichtrauchen mit der Broschüre „Ja, ich werde rauchfrei“, einem „Kalender für die ersten 100 Tage“, einem Stressball und anderen hilfreichen Materialien sowie weitere Broschüren

Die BKK RWE bietet über 100.000 Gesundheitskurse an – darunter auch Kurse zur Raucherentwöhnung, die teilweise auch online durchgeführt werden. Wir übernehmen bis zu 80 Prozent der Kosten, bis zu 160 Euro im Jahr. Lesen Sie mehr und stöbern Sie doch einmal in unserer Kursdatenbank.

Quellen: www.bzga.de, www.text-gesundheit.de

Foto: © Piotr Marcinski - stock.adobe

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