Organspendeausweis schafft Klarheit – auch für die Angehörigen!

Die positive Einstellung zum Thema Organ- und Gewebespende ist in Deutschland derzeit mit 84 % so hoch wie nie zuvor. Auch besitzen immer mehr Menschen einen Organspendeausweis: Waren es 2012 noch 22 %, sind es im Jahr 2018 bereits 36 %. Das zeigen erste Ergebnisse einer bundesweiten Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: "Sich mit der Organspende auseinanderzusetzen, muss für uns alle zur Selbstverständlichkeit werden. Das sind wir den mehr als 10.000 Menschen schuldig, die voller Hoffnung auf ein Organ warten. Jeder sollte daher für sich eine Entscheidung treffen und diese auf dem Organspendeausweis dokumentieren. Viele haben das schon getan. Aber das reicht noch nicht. Deshalb wollen wir weiter Überzeugungsarbeit leisten."

Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA: "Die wachsende positive Einstellung der Bevölkerung zur Organ- und Gewebespende ist eine erfreuliche Entwicklung und belegt, dass sich viele Menschen mit der Thematik auseinandersetzen. Gleichwohl besteht immer noch ein großer Informationsbedarf. Deshalb ist es Ansporn für uns, diese Menschen bei ihrer Entscheidung zu unterstützen - mit einem breiten Informationsangebot im Rahmen der BZgA-Kampagne ‘Organspende - die Entscheidung zählt‘."

Von den Personen, die eine Entscheidung getroffen haben, stimmen die meisten (72 %) einer Organ- und Gewebespende nach dem Tod zu, 14 % widersprechen ihr, 9 % übertragen die Entscheidung auf eine andere Person.

Auf die Frage nach den Motiven für die Zustimmung zur Organ- und Gewebespende im Organspendeausweis geben fast drei Viertel der Befragten an, dass sie anderen Menschen helfen wollen. Wichtigster Grund für die Ablehnung ist die Vermutung, als Spender nicht geeignet zu sein. Ein Viertel der Befragten äußert Angst vor Missbrauch beziehungsweise hat mangelndes Vertrauen aufgrund negativer Berichterstattung. Fast die Hälfte der Personen, die noch keine Entscheidung getroffen haben, begründen dies damit, sich bisher zu wenig mit dem Thema beschäftigt zu haben.

Die bundesweite Repräsentativbefragung "Einstellung, Wissen und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende 2018" der BZgA wurde unter 4.001 Bürgerinnen und Bürgern im Alter von 14 bis 75 Jahren durchgeführt. Die neuen Daten veröffentlicht die BZgA anlässlich des Tages der Organspende am 2. Juni 2018 in Saarbrücken.

Weitere Informationen

Informationsblatt mit ausgewählten Studienergebnissen: https://www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/organ-und-gewebespende/

Information zur Organ- und Gewebespende: www.organspende-info.de, http://www.bundesgesundheitsministerium.de/Organspende

Quelle: https://www.bzga.de

Foto: © Alexander Raths - Fotolia

Zurück