Masernwelle ebbt ab – Impfung schützt!

Erstmals seit dem Masernausbruch in Berlin gehen die Neuerkrankungen zurück: In der 16. Meldewoche wurden laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) noch 36 Fälle verzeichnet.

Doch ob sich die Epidemie tatsächlich abschwäche, müssten erst die nächsten Wochen zeigen. Bislang wurden seit dem Ausbruch Ende 2014 rund 1.200 Masernerkrankungen in Berlin gemeldet. Betroffen waren v. a. Erwachsene, aber auch Kinder unter einem Jahr, die noch nicht über einen wirksamen Impfschutz verfügten. 86 % der Erkrankten waren nicht geimpft, jeder Vierte musste aufgrund von Komplikationen im Krankenhaus behandelt werden. In zehn Fällen kam es zu einer Mittelohr- oder Lungenentzündung. Ein Kleinkind verstarb im Februar an den Folgen der Krankheit. Denn Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern eine schwere Infektion mit häufigen Komplikationen und Organbeeinträchtigungen bis hin zur Gehirnentzündung.

Eigentlich hatte sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, die Masern bis 2015 in Deutschland auszurotten. Massive Impflücken haben dieses Ziel bislang vereitelt: Seit 2010 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), zusätzlich zur zweimaligen Masernimpfung von Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr, allen nach 1970 geborenen Erwachsenen eine einmalige Impfung, wenn sie bisher nicht zweimal gegen Masern geimpft wurden oder der Impfstatus unklar ist. Zur Impfung soll vorzugsweise ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) verwendet werden.

Experten raten Eltern, ihren Kindern alle von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen zeitgerecht verabreichen zu lassen. Zum eigenen Impfstatus sollten Erwachsene gemeinsam mit ihrem Arzt ihren Impfausweis kontrollieren.

Bundesweit steigt durch Impfmüdigkeit und -skepsis das Risiko für bereits überwunden geglaubte Erkrankungen. So nehmen laut Umfragen weniger als die Hälfte der dafür vorgesehenen Personen die Grippeimpfung in Anspruch. Nur drei Viertel sind gegen Keuchhusten geschützt. Die Krankheit kann im ersten Lebensjahr tödlich verlaufen. Dennoch waren nur 14 % der befragten Frauen im gebärfähigen Alter geimpft.

Zwar besteht nach wie vor in Deutschland keine Impfpflicht. Menschen ohne ausreichenden Impfschutz können jedoch u. a. von Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kitas ausgeschlossen werden, so in Berlin bereits geschehen. "Wer seinem Kind bewusst den Impfschutz verweigert und es somit der Gefahr aussetzt, an einer impfpräventiblen Erkrankung zu erkranken oder sogar zu sterben, handelt nicht im Interesse des Kindeswohls", so der Präsident des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte BVKJ, Dr. Wolfram Hartman. Daher fordert der BVKJ nachhaltige Maßnahmen der Politik, um durch Impfung vermeidbare Erkrankungen auch in Deutschland endlich auszurotten und Kinder wie Erwachsene zu schützen.

Für ihre Kunden übernimmt die BKK RWE sämtliche für das Bundesgebiet ärztlich empfohlenen Schutzimpfungen. Weitere Informationen zum Impfprogramm der BKK RWE

Fragen zum Thema Masern und Masernimpfung beantworten auch die Experten der BKK RWE-Gesundheitshotline unter: +49 89 55987 - 679.

Weitere Informationen zum Thema Masern

Foto: racamani

Zurück