Krebsrisiko Übergewicht

Laut aktuellen Zahlen des Robert-Koch Instituts sind fast zwei Drittel der Männer und über die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig. Ein Viertel der erwachsenen Männer und Frauen ist sogar stark übergewichtig (adipös) – mit steigender Tendenz. Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck zählen zu den Folgen. Aber Fettleibigkeit stellt auch einen Risikofaktor für viele Krebserkrankungen dar. Professor Dr. Dr. Michael Leitzmann, Direktor des Instituts für Epidemiologie und Präventivmedizin am Universitätsklinikum Regensburg (UKR), war Teil einer Arbeitsgruppe, die untersuchte, welche Rolle Übergewicht bei der Entwicklung von Krebserkrankungen spielt. Die ersten Ergebnisse wurden nun bekanntgegeben.

Frühere Untersuchungen ergaben bereits, dass ein erhöhter BMI das Risiko für Dickdarm-, Speiseröhren-, Nieren-, Brust- und Gebärmutterkörperkrebs steigert. Die neue Arbeitsgruppe überprüfte nun die Ergebnisse in einer Metastudie, wofür über 1.000 epidemiologische Studien und Publikationen verglichen und analysiert wurden, und konnte sie bestätigen. Zudem identifizierten die Wissenschaftler noch acht weitere Krebsarten, für die ein gesteigertes Risiko bei einem erhöhten Körperfettanteil besteht: Magen-, Leber-, Gallenblasen-, Bauchspeicheldrüsen-, Eierstock- und Schilddrüsenkrebs sowie Tumoren der Hinhaut und B-Zell-Lymphome, eine spezielle Krebsform des Lymphsystems. Als Ursache werden u. a. hormonelle und stoffwechselbedingte Auffälligkeiten vermutet, die direkt mit Übergewicht in Verbindung stehen.

„Aus unseren Ergebnissen lässt sich das Einhalten des Normalgewichts bzw. eines normalen Körperfettanteils als eine wichtige Maßnahme zur Krebsprävention begreifen. Zwar konnten wir keinen Zusammenhang für alle Krebsarten feststellen, aber bereits für dreizehn gibt es nun gesicherte Belege“, fasst Professor Leitzmann zusammen.

Bestätigt wurde auch, dass Erwachsene, die bereits als Kind oder Jugendliche einen hohen BMI aufwiesen, ein höheres Risiko haben, im Erwachsenenalter an Krebs zu erkranken. Auch ließ sich durch Gewichtsreduktion die Rezidivrate (erneutes Auftreten) senken.

Quelle: Universitätsklinikum Regensburg

Foto: Fotolia, Kurhan

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