Kleinkinder vor Erkältungen schützen

Die meisten Erkältungen werden durch Schnupfenviren ausgelöst und verlaufen bei Erwachsenen und Kindern harmlos. Doch ein Teil davon äußert sich ungewöhnlich aggressiv. Dann kann es sich um RS-Viren (Respiratorische Synzytial-Viren) handeln. Säuglinge – insbesondere zwischen vier und fünf Monaten – haben in diesem Fall ein hohes Risiko für Komplikationen wie Lungenentzündung, wenn sie sich infizieren. Denn RS-Viren gehören zu den gefährlichsten Erregern von Atemwegsinfekten bei Kleinkindern. „Eltern schützen ihr Baby am besten, wenn sie es von Personen mit einer Erkältung, Fieber oder Ähnlichem fernhalten. Bevor jemand das Baby auf den Arm nimmt, sollte er sich die Hände waschen. Und – sofern möglich – sollten Säuglinge nicht Menschenansammlungen ausgesetzt werden“, rät Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Deutschland.

RS-Viren kursieren vor allem zwischen Herbst und Frühjahr und verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion. In winzigen infizierten Sekretbestandteilen überleben sie 20 Minuten auf den Händen, 45 Minuten auf Papierhandtüchern sowie Stoffen und bis zu mehreren Stunden auf Kunststoffoberflächen. Um eine Verbreitung des Erregers innerhalb der Familie zu vermeiden, sind deshalb regelmäßiges Händewaschen, hygienisches Husten und Niesen (d. h. in die Armbeuge) sowie die Reinigung möglicherweise verunreinigter Gegenstände wie Kinderspielzeug erforderlich. Ist ein Kind erkrankt, sollte es zum Schutz der anderen keine Gemeinschaftseinrichtung wie Krippe oder Krabbelgruppen besuchen.

Eine Infektion mit RS-Viren kann sich wie eine gewöhnliche Erkältung äußern. Die Nase des Babys läuft, es hustet und hat etwas Fieber. „Sobald die Symptome aber schwerer werden und das Kind schneller zu atmen beginnt, keucht oder komische Geräusche beim Atmen erzeugt, die Nasenflügel sich aufblähen, sollten Eltern umgehend ihren Kinder- und Jugendarzt kontaktieren“, rät Dr. Fegeler. Diese Beschwerden können darauf hinweisen, dass die kleinen Äste des Bronchialbaums, die sogenannten Bronchiolen, entzündet und geschwollen sind und so die Atmung erschweren, oder sich eine Lungenentzündung gebildet hat. Bei Frühgeburt, Lungen- oder Herzfehlern empfehlen Kinderärzte eine vorsorgliche passive Impfung (Gabe von Antikörpern) gegen RS-Viren.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

Foto: © bakharev

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