Kinderärzte warnen vor veganer Ernährung

Auf der 50. Jahrestagung des Annual Meeting of the European Society of Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition (ESPGHAN) in Prag warnten Experten erneut vor einem Nährstoffmangel durch vegane Ernährung bei Kindern. Denn diese erhalten hierbei in der Regel zu wenig Vitamin B12, Kalzium, Zink und hochwertiges Eiweiß, was verheerende gesundheitliche Auswirkungen haben kann.

Studien haben gezeigt, dass vegan ernährte Kinder kleiner sind und eher zu Untergewicht neigen als jene, die sich mit Fleisch oder vegetarisch ernähren. Veganer verzichten auf alle tierischen Produkte – neben Fleisch auch auf Eier, Milchprodukte und Honig. Vegetarier nehmen neben pflanzlichen Produkten auch Milchprodukte wie beispielsweise Joghurt, Käse und Quark, Eier und Honig zu sich.

„Es ist schwierig, kleine Kinder bei veganer Ernährung gesund und ausgewogen zu versorgen, und die Eltern sollten sich der ernsthaften Konsequenzen bewusst sein, wenn sie der Empfehlung, ihren Kindern Nahrungsergänzungsmittel zu geben, nicht folgen. Missverständnisse und Unwissen können zu irreversiblen kognitiven Schäden und im Extremfall zum Tod des Kindes führen", mahnt Professor Mary Fewtrell, Vorsitzende des ESPGHAN-Ernährungsausschusses.

Lebensmittel, die von Tieren stammen, haben sich als die einzige zuverlässige Quelle für Vitamin B12 erwiesen. Dieses ist essenziell für die Bildung der DNA und die Aufrechterhaltung der Nervenfunktionen. Ein Mangel kann zu Erkrankungen des Blutes und des Nervensystems führen und bei Kindern irreversible Schäden hinterlassen.

„Je mehr die Ernährung des Kindes eingeschränkt wird, desto größer ist das Risiko für einen Nährstoffmangel. Und das trifft für vegan ernährte Kinder besonders zu. Aber die Gefahr tritt schon viel früher auf. Vegane Mütter, die stillen, müssen sich auch bewusst sein, dass ihre Kinder im Alter von 2 bis 12 Monaten einen Vitamin-B12-Mangel entwickeln können, weil die Reserven in ihren Körpern bei der Geburt fehlen, auch wenn die Mütter selbst keine Anzeichen von Mangel zeigen“, so die Expertin Professor Myriam van Winckel. Diese Säuglinge neigen auch zu einem Protein- und Kalziummangel. Die Situation wird noch verschlechtert, wenn Eltern Milch durch Reis-, Mandel-, Hafer- oder Sojamilch ersetzen – in dem Glauben, dass sie einen geeigneten Ersatz für Milch gewählt haben.

Experten fordern daher, dass diese vermeintlichen Milchsorten als „Getränke“ bezeichnet werden müssen, weil ihr Nährwert nicht mit Milch vergleichbar sei. Die Aufrechterhaltung eines gesunden Kalziumspiegels ist wichtig, um eine lebenslange normale Knochendichte sicherzustellen. So wurde bei Kleinkindern, die mit Sojamilch ernährt wurden, verstärkt Rachitis festgestellt, eine Kalziummangelerkrankung der Knochen.

Im Gegensatz zum Veganismus wird die vegetarische Ernährung bislang als sicher angesehen. Sie wirkt sich im Gegenteil sogar günstiger auf den Fettstoffwechsel, den Antioxidanzienstatus, die Ballaststoffaufnahme und die Gewichtsentwicklung aus als eine fleischreiche Kost.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

Foto: Fotolia, Halfpoint

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