Kein Herzschaden durch Ausdauersport

Hartnäckig hält sich die Annahme, dass Ausdauersportler mit den Jahren eine krankhafte Herzvergrößerung und Herzerkrankungen bis hin zum plötzlichen Herztod entwickeln würden. Eine Studie an der Universität des Saarlandes zeigt jedoch: Auch ambitionierte Ausdauersportler und Sportprofis tragen kein erhöhtes Herzrisiko und zeigen weder eine gefährliche Herzvergrößerung noch andere Herzschäden. Die Studie wurde im renommierten Fachmagazin „Circulation“ veröffentlicht.

Zwar gelangen regelmäßig Fälle mit plötzlichem Herztod in die Medien. Gehäuft sind davon Radprofis betroffen, was mit der Dopinggeschichte des Radsports in Verbindung gebracht wird. Doch statistisch tragen Ausdauersportler offenbar kein erhöhtes Herzrisiko. Die häufig beobachtete Herzvergrößerung stellt in diesem Zusammenhang eine gesunde und ungefährliche Anpassungsreaktion dar, betrifft jedoch bei Weitem nicht alle Sportler.

Zwar beobachteten belgische Kardiologen und Sportmediziner im Rahmen einer Studie 2012 eine akute Vergrößerung und Funktionseinschränkung der rechten Herzkammer unmittelbar nach einer Belastung. Allerdings wurde die daraus abgeleitete Hypothese einer langfristigen Schädigung durch Ausdauersport bislang nicht bestätigt. Auch die Saarbrücker Forscher um Prof. Dr. Jürgen Scharhag, Kardiologe und Sportmediziner, und Dr. Philipp Bohm waren nicht davon überzeugt. Am Saarbrücker Institut für Sport- und Präventivmedizin untersuchen die Wissenschaftler seit Jahrzehnten Spitzensportler aus vielen Disziplinen, darunter Triathleten, Schwimmer und Profifußballer. Anzeichen einer Dauerschädigung fanden die Forscher dabei nie.

Daher untersuchten sie 33 Elite-Masterathleten (ehemalige Profis im Ausdauersport) und verglichen sie mit einer ebenso großen Kontrollgruppe, die ihnen in Alter, Größe und Gewicht ähnelte, aber keinen Ausdauersport betrieben hatte. „Diese sogenannten Mastersportler repräsentieren derzeit also am besten den Langzeitverlauf langjährig betriebenen Ausdauerwettkampfsports”, erklärt Jürgen Scharhag. Die Sportler, unter denen unter anderem Olympia-Teilnehmer und Ironman-Sieger zu finden waren, waren seit rund 30 Jahren leistungssportlich aktiv und trainierten nach wie vor rund 17 Stunden pro Woche.

Die saarländischen Wissenschaftler konnten zwar feststellen, dass die Herzen der langjährigen Spitzensportler erwartungsgemäß deutlich größer und kräftiger waren als die der Kontrollgruppe. „Aber wir fanden keine Hinweise für eine dauerhafte Schädigung, krankhafte Vergrößerung oder Funktionseinschränkung der rechten oder linken Herzkammer durch langjährig betriebenen intensiven Ausdauersport“, erläutert Philipp Bohm.

Quelle: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27073129, Universität des Saarlandes

Foto: © Halfpoint, Fotolia

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