Fußball beeinflusst Wahlergebnis

Eine aktuell erschienene Studie setzt erstmals Fußballereignisse mit dem Wahlverhalten der Deutschen in Beziehung. Eine Forschergruppe der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Universität Konstanz konnte hierbei nachweisen, dass das Wahlverhalten ursächlich mit dem Spielausgang des örtlichen Erstligaclubs zusammenhing.

Prof. Achim Goerres: „Wir können bestätigen, dass Wähler ihre durch den Fußball erzeugten Hochgefühle auch auf ihr politisches Verhalten übertragen.“ Je zufriedener oder euphorischer die Wahlberechtigten waren, desto eher gingen sie im Schnitt zur Wahl und wählten dann vorzugsweise die Amtsinhaber. Wenn die favorisierte Mannschaft mehr Tore schoss, stimmten deutlich mehr Personen in den umliegenden Wahlkreisen des Clubs ab.

Jeder zusätzliche Treffer erhöhte die geschätzte Wahlbeteiligung im Wahlkreis um 0,17 %. Prof. Goerres: „Dies ist eine echte Herausforderung, denn Menschen stellen Bezüge zwischen sozialen Ereignissen und der Politik her, die objektiv betrachtet vollkommen irrational erscheinen.“

Die Forscher konnten in der Studie zeigen, dass ein Fußballspieltag an einem Wahlwochenende wie ein natürliches Experiment wirkt – d. h. der Spielausgang hängt überhaupt nicht mit anderen regionalen Mustern wie Arbeitslosigkeit oder Bevölkerungsdichte zusammen, die man typischerweise zur Erklärung der Wahlergebnisse im Wahlkreis heranzieht.

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Quelle: Universität Duisburg-Essen
Foto: © steevy84, Fotolia

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