Frühjahrsmüdigkeit: Nicht hängen lassen!

Gerade wenn sich unser Körper an kurze Tage und kühle Temperaturen gewöhnt hat, legt die Natur richtig los: Im März und April scheint die Sonne mit jedem Tag etwa fünf Minuten länger, die Temperatur klettert, und alle Zeichen stehen auf Aktivität. Dem Organismus geht dieser Aufschwung allerdings meist zu schnell: Übermüdung, Konzentrationsprobleme und schlechte Laune machen sich breit: die Frühjahrsmüdigkeit.

Denn milde Frühlingsluft und hoch stehende Sonne erweitern die Gefäße: Blutdruck und Wärmeproduktion sinken, und damit auch unsere Aktivität. Das rasant zunehmende Tageslicht bringt auch das Hormonsystem vorübergehend durcheinander. Der Körper bewältigt die Frühjahrsschlappe zwar meist mühelos und hat nach einem Monat sein Gleichgewicht wiedergefunden. Doch mit wenigen einfachen Maßnahmen holen Sie Ihre Energie schon früher zurück.

Luft, Sonne, Bewegung und frische Kost

Kann man normalerweise Müdigkeit mit Schlaf- und Ruhezeiten abhelfen, so verhält sich dies bei Frühjahrsmüdigkeit genau umgekehrt. Hier heißt es aktiv werden, Luft, Sonne, Bewegung und frische Kost genießen. Stehen Sie am besten mit der Sonne auf und gehen Sie oft ins Freie, dann können Sie mehr Tageslicht tanken und so den Körper auf Kurs bringen.

Bewegen Sie sich außerdem viel an der frischen Luft. Dazu eignen sich Bewegungsformen für jedes Alter: ausgiebige Spaziergänge für Geruhsame, Wanderungen, Nordic Walking und Radfahrten für Bewegungsfreudige und Laufsport für Ambitionierte. Legen Sie immer wieder Fußstrecken im Freien ein: Ihre Laune wird mit jedem Schritt steigen.

Aktiv durch kaltes Wasser

Geben Sie mit Wassergüssen Ihrem Körper weiterhin Kältereize, die ihn in Aktion bringen. Dies wusste schon Pfarrer Kneipp: Mehrmals täglich kaltes Wasser auf Arme und Beine wirkt (fast) Wunder. Tipp: Beginnen Sie dabei herzfern (also an Hand oder Fuß) und arbeiten Sie sich dann in kreisförmigen Bewegungen zum Körper hin, soweit es angenehm ist. Auch kalt-warme Wechselduschen und Saunagänge – jeweils mit abschließendem kühlen bis kalten Guss – aktivieren den Organismus.

Schluss mit schwerer Winterkost

Machen Sie Schluss mit fetter und süßer Winterkost und genießen Sie das frische Saisongemüse, das nun in immer größerer Vielfalt angeboten wird. Besonders lecker und nahrhaft: Im Frühjahr gibt es die besten Blattgemüse, die aufgrund mild bitterer und ausschwemmender Substanzen wie eine Ausleitungskur wirken, z. B. Rucola, Löwenzahn, Bärlauch, Blattsalate, Brennnessel, Mangold oder Spinat. Auch Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte und natürlich der „Apfel am Tag“ gehören dazu, ebenso wie ab April der entwässernde Spargel. Einen Monat später folgen schon die ersten Frühkartoffeln. Auch die ersten Obstsorten sind bald reif. Trinken Sie täglich mindestens 1,5 l Wasser. Löwenzahn- oder Brennnesseltee verstärken den „Frühjahrskur-Effekt“.

Schlafen Sie trotz aller Aktivität auch ausreichend – sechs bis acht Stunden täglich – und seien Sie jeden Tag mindestens einmal richtig ausgelassen und entspannt. Dann starten Sie richtig in die warme Jahreszeit.

Foto: Fotolia, drubig-photo

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