Früher Schuleintritt kann Kinder belasten

Um ihre Kinder bestmöglich zu fördern, entscheiden sich viele Eltern für einen frühestmöglichen Schuleintritt ihres Kindes. Doch die jüngsten Kinder eines Schuljahrgangs können verstärkt emotionalen Druck- und Stresssymptome entwickeln. Zu diesem Ergebnis kam eine britische Studie: Englische Wissenschaftler um Anna Price von der University of Exeter Medical School beobachteten mehr als 2.000 Kinder in über 80 Grundschulen in Devon. Dabei stellten sie fest, dass Schüler, die vorzeitig in die erste Klasse kamen, im Schnitt eine etwas schlechtere psychische Gesundheit entwickelten.

Dies muss sich keinesfalls in jedem Einzelfall zeigen. Doch die Forscher glauben, dass der zusätzliche Stress, sich mit älteren Kindern messen zu müssen, für entsprechend veranlagte Kinder das Blatt zum Negativen wenden könnte, z. B. bei Lernschwierigkeiten.

„Mit diesem großen Datensatz war es mir möglich zu erforschen, was es für jüngere Kinder in der Praxis bedeutet, vorzeitig mit der Schule zu starten. Wir haben festgestellt, dass Kinder, die jünger begonnen haben, ein etwas schlechteres Wohlbefinden zeigten – aber dieser Effekt war sehr klein. Und wahrscheinlich ist dieser Unterschied für die meisten zu meistern. Unsere Ergebnisse können Eltern und Lehrern dabei helfen, eine Lösung zu finden, die das Kind am besten unterstützt“, so Anna Price.

Die Experten ergänzten, dass die an der Untersuchung beteiligten Schulen die Kinder vor Ort gut förderten, z. B. durch kleine Lerngruppen, was möglicherweise dazu beigetragen hat, die Zufriedenheit und das Verhalten der Kinder zu verbessern.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

Foto: © Christian Schwier - stock.adobe

Zurück