Freibetrag für betriebliche Altersversorgung

Bezieher einer betrieblichen Altersversorgung können sich freuen: Im Dezember wurde ein monatlicher Freibetrag in der Krankenversicherung von 159,25 € ab 01.01.2020 beschlossen.

Sowohl bei den Zahlstellen als auch bei den Krankenkassen sind zunächst umfassende Softwareanpassungen erforderlich. Der Freibetrag kann deshalb erst Anfang 2021 rückwirkend ab 01.01.2020 berücksichtigt werden. Ein gesonderter Antrag oder Widerspruch ist hierfür nicht notwendig.

Hier die Details zum neuen Freibetrag:

Der gesetzliche Freibetrag …

  • gilt ausschließlich für Versorgungsbezüge der betrieblichen Altersversorgung. Hierzu gehören neben Betriebsrenten z. B. auch Kapitalleistungen aus Direktversicherungen, die für die Beitragsberechnung (bei Auszahlung nach dem 31.12.2003) auf einen Zeitraum von zehn Jahren umgelegt werden.
  • gilt nur in der Krankenversicherung, nicht in der Pflegeversicherung.
  • gilt nur für versicherungspflichtige Mitglieder, nicht für freiwillige Mitglieder.
  • wird für jedes Mitglied nur einmal berücksichtigt, unabhängig von der tatsächlichen Anzahl an Versorgungsbezügen.
  • ist von der dem Grunde nach beitragspflichtigen Versorgungsleistung abzuziehen. Wenn alle beitragspflichtigen Einnahmen nach Abzug des Freibetrages in Summe die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten, entfaltet der Freibetrag keine Wirkung.

Die gesetzliche Neuregelung macht einen abgestimmten Datenaustausch zwischen allen Krankenkassen und Zahlstellen erforderlich und zieht umfangreiche Softwareanpassungen bei allen Beteiligten nach sich.

Weder die Zahlstelle Ihrer Versorgungsbezüge noch die Krankenkassen können den neuen Freibetrag bei der Beitragsberechnung zurzeit berücksichtigen. Sobald die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung der neuen Freibetragsregelung geschaffen sind, wird die Beitragsberechnung automatisch überprüft und rückwirkend korrigiert, sollten sich unter Berücksichtigung des Freibetrages ab 01.01.2020 Änderungen zu Ihren Gunsten ergeben.

Wichtig: Ein Widerspruch oder Erstattungsantrag ist hierfür nicht erforderlich.

Der zwischen den Krankenkassen und Zahlstellen abgestimmte Zeitplan sieht vor, dass der Freibetrag flächendeckend ab Anfang 2021 berücksichtigt wird und dann rückwirkend ab 01.01.2020 berechnet wird.

Mitglieder, die nur einen Versorgungsbezug erhalten und bei denen der Beitragsabzug direkt über die Zahlstelle erfolgt, können auf eine frühere Korrektur hoffen. Da in diesem Fall für die Anwendung des Freibetrages kein abgestimmter Datenaustausch mit der Krankenkasse erforderlich ist und die Anpassung der Zahlstellen-Software ausreicht, wird mit Hochdruck an einer schnelleren Umsetzung gearbeitet, die derzeit ab Mitte 2020 realistisch erscheint.

Wir sind uns Ihrer Erwartungshaltung im Hinblick auf die zeitnahe Umsetzung des Freibetrages bewusst und bedauern, dass dies für Sie mit einer langen Wartezeit verbunden ist. Wir bitten aber um Ihr Verständnis, dass eine vorzeitige Erstattung für die Kunden der BKK RWE aufgrund des mit allen Krankenkassen und Zahlstellen abgestimmten Zeitplans nicht möglich ist.

Foto: © nd3000 - stock.adobe

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