Fitnesscomputer oft ungenau

Um Trainingsumfang und -intensität zu überprüfen, nutzen viele Sportler tragbare Mini-Computer oder Sensoren („Wearables"), die Leistungsdaten wie Herzfrequenz, Kalorienverbrauch, Distanz, Geschwindigkeit und Höhenunterschiede aufzeichnen – ein Boom mit einem weltweiten Marktvolumen von knapp fünfeinhalb Milliarden Euro.

Sportwissenschaftler und Informatiker der Universität Würzburg wollten nun herausfinden, wie akkurat die Geräte messen und ob eine effiziente Trainingssteuerung für Athleten und Alltagsanwender damit überhaupt möglich ist. Ihre Ergebnis: „Die bisher am Markt verfügbaren Geräte können bereits viele Biomarker messen, sind aber nicht ganz genau", so Studienleiter Prof. Billy Sperlich. So hätten einige Geräte den tatsächlichen Energieverbrauch beim Sport deutlich unterschätzt.

Auch die Herzfrequenzmessung ließ oft zu wünschen übrig. Während der klassische Brustgurt bei der Messgenauigkeit gut abschnitt, lieferten optische Sensoren am Handgelenk oft ungenaue Messergebnisse, vor allem bei intensivem Training.

Die Zahl der Messgrößen wird indes ständig erweitert: So können Sensoren in der Kleidung oder in Matratzen Auskunft über die Schlafqualität geben, als Hautsensoren den Grad der Dehydrierung erfassen, als Ohrstöpsel die Körperkerntemperatur überwachen sowie die Durchblutung der Muskeln, die maximale Sauerstoffaufnahme, das Körpergewicht und zukünftig auch das Befinden bestimmen. Allerdings bleiben abgesehen von der Messungenauigkeit Faktoren wie Krankheiten oder Verletzungen unberücksichtigt.

Trotz der technischen Möglichkeiten sei es sinnvoll und wichtig, sich an individuelle Trainingspläne zu halten und regelmäßig ein persönliches Gespräch mit einem Arzt zu führen, der zudem alle Gesundheitsdaten im Blick habe. „Das persönliche Empfinden ist zudem der sensibelste Belastungsmarker, über den wir verfügen.“

Quelle: http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fphys.2016.00071/abstract, http://www.presse.uni-wuerzburg.de

Foto: alexey_boldin - Fotolia

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