Diabetes: Arztbesuch vor der Schwangerschaft

Obwohl auch Frauen mit Diabetes heute in der Regel problemlos Kinder bekommen können, müssen sie einige Leitlinien beachten, um die Risiken für Mutter und Kind zu minimieren: Der Stoffwechsel ist möglichst frühzeitig optimal einzustellen. Außerdem müssen Blutdruck und Blutfettwerte beobachtet werden – idealerweise bereits, wenn eine Schwangerschaft geplant ist. Derzeit nimmt nicht einmal die Hälfte aller Frauen mit Diabetes frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch. Darauf weisen Experten der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) hin. Sie empfehlen Diabetikerinnen, eine Schwangerschaft gut zu planen und bereits im Vorfeld einen Internisten aufzusuchen.

Derzeit wird in Deutschland rund jedes hundertste Kind von einer Mutter mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes geboren. Das Risiko für Komplikationen ist bei diesen Schwangerschaften erhöht: drei- bis neunfach für eine Frühgeburt, zwei- bis vierfach für Fehlbildungen und zwei- bis zehnfach für lebensbedrohliche Präeklampsien (Kombination aus Bluthochdruck, Eiweiß im Urin und Wassereinlagerungen).

Gerade bei länger bestehendem Diabetes müsse auch auf mögliche Begleiterkrankungen geachtet werden, so Prof. Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger, Ärztliche Direktorin des Zentrums Innere Medizin Fünf Höfe in München. So empfiehlt die Internistin und Endokrinologin etwa, den Augenhintergrund bereits bei der Planung einer Schwangerschaft auf eine Netzhauterkrankung infolge von Diabetes hin zu untersuchen.

Weitaus häufiger als Schwangerschaften von Frauen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes sind allerdings Schwangerschaften, in deren Verlauf die Zuckerkrankheit neu auftritt oder neu diagnostiziert wird. In Deutschland kommt diese als Gestationsdiabetes bezeichnete Komplikation bei rund 4,5 % aller Schwangeren vor. Um den damit einhergehenden langfristigen Folgen für das Kind vorzubeugen, ist seit 2012 ein Glukose-Suchtest im zweiten Schwangerschaftsdrittel vorgeschrieben. Bei Frauen mit erhöhtem Diabetesrisiko empfehlen die Experten der DGIM, bereits in der Frühschwangerschaft eine Blutglukose-Messung vorzunehmen. „Frauen mit Diabetes – unabhängig davon, ob dieser vor oder während der Schwangerschaft erstmals auftritt – sollten immer von einem diabetologisch qualifizierten Internisten betreut werden“, sagt Prof. Dr. med. Dr. h. c. Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der DGIM.

Tipp: Augen-ExtraCheck der BKK RWE bei Diabetes

Die BKK RWE bietet jetzt einen zusätzlichen Augencheck für Diabetiker an. Neben den gewohnten Augenuntersuchungen können Diabetiker zweimal jährlich den sogenannten „ExtraCheck Diabetes Auge“ machen. Dabei muss lediglich ein Abstand von drei Monaten zwischen den beiden jährlichen Untersuchungen berücksichtigt werden. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Quelle: www.dgim.de

Foto: © Syda Productions, Fotolia

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