BZgA: Zecken werden wieder aktiv

Seit das Thermometer einige Plusgrade erreicht hat, sind Zecken wieder aktiv. Sie können durch einen Stich verschiedene Erreger übertragen, darunter Borreliosebakterien und FSME-Viren. In den Risikogebieten für FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) sollte daher an den Impfschutz gegen FSME gedacht werden.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert auf ihrem Internetportal www.impfen-info.de über die FSME-Impfung. So ist das Risiko einer Infektion mit FSME in Deutschland vor allem in Baden-Württemberg und Bayern, aber auch im südlichen Hessen (Odenwald) und im südöstlichen Thüringen besonders hoch. Außerdem sind die Landkreise Marburg-Biedenkopf (in Mittelhessen), Saar-Pfalz-Kreis (im Saarland), Birkenfeld (in Rheinland-Pfalz) und Vogtlandkreis (in Sachsen) betroffen.

Hierzu erklärt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA: "Ein Impfschutz gegen FSME wird allen Menschen empfohlen, die in einem FSME-Risikogebiet wohnen oder arbeiten und sich in der Natur aufhalten. Auch wer Urlaub in einem solchen Gebiet plant, sollte sich rechtzeitig impfen lassen."

Im Jahr 2017 wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) mehr als 480 FSME-Fälle in Deutschland gemeldet, so viele wie seit 2007 nicht mehr. FSME-Viren können eine Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks hervorrufen. Erwachsene erkranken meist schwerer als Kinder.

Impfschutz gegen FSME

Der Aufbau eines länger anhaltenden Schutzes gegen FSME erfolgt mit drei Impfungen. Nach dem üblichen Impfschema wird ein bis drei Monate nach der ersten Impfung die zweite verabreicht. Ein kurzzeitiger Impfschutz besteht ab etwa 14 Tagen nach der zweiten Impfung. Für einen längeren Schutz ist eine dritte Impfung nötig. Sie erfolgt – je nach Impfstoff – nach weiteren fünf bzw. neun bis zwölf Monaten. Eine erste Auffrischung wird nach drei Jahren empfohlen, weitere abhängig vom Alter alle drei bis fünf Jahre. Kinder können ab ihrem ersten Geburtstag geimpft werden.

Tipp: FSME-Impfung für Versicherte der RWE kostenlos

Die BKK RWE erstattet über die gesetzliche Leistung hinaus allen ihren Versicherten die Kosten für eine FSME-Impfung – unabhängig von ihrem Wohnort.

Zeckenstiche vermeiden

Da Zecken deutschlandweit zum Beispiel auch Borreliose übertragen können, sollten sich alle – auch außerhalb von FSME-Risikogebieten – bei Aufenthalt in der Natur zusätzlich vor Zecken schützen:

  • Streifen Sie möglichst keine bodennahen, langen Gräser und grünen Pflanzen, da die Zecken an deren Blattenden auf ihren Wirt warten, der sie beim Vorbeigehen abstreift (sie fallen nicht, wie früher behauptet, vom Baum).
  • Jeder zweite Zeckenstich bleibt unbemerkt. Suchen Sie daher nach jedem Aufenthalt in Wald, Wiese, Feld oder Garten oder Kontakt mit „Draußen-Haustieren“ Kleidung und Körper auf Zecken ab. Wenn die Parasiten noch nicht gestochen haben, lassen sie sich leicht mit Pinzette oder Fingernagel abnehmen (danach mit Flamme oder heißem Wasser abtöten).
  • Tragen Sie beim Aufenthalt im Grünen geschlossene, lange Kleidung und festes Schuhwerk.
  • Achten Sie auf auffällige rote Hautflecken, die sich in Größe und Form verändern, sowie unklare grippale Symptome über mehr als drei Tage – und suchen Sie in beiden Fällen einen Arzt auf.

Richtig entfernen

Sitzt eine Zecke bereits fest, sollte sie innerhalb von zwölf Stunden nach dem Stich entfernt werden, da in dieser Zeit das Infektionsrisiko gering ausfällt, danach jedoch um ein Vielfaches ansteigt. Dazu das Tier vorsichtig mit einer Pinzette (z. B. Zeckenpinzette aus der Apotheke) herausziehen oder -drehen (die Drehrichtung ist dabei unerheblich) oder mit einer Zeckenkarte entfernen. Nach dem Entfernen das Tier durch heißes Wasser, Flamme o. Ä. abtöten, da es sonst Monate überleben und erneut stechen kann.

Informationen zu FSME und zur Impfung: www.impfen-info.de

Quelle: www.bzga.de

Foto: © closeupimages - stock.adobe.com

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