Alles Lachs? Von wegen!

Lachs, Alaska-Seelachs und Seelachs gehören zu den am meisten konsumierten Fischen. Glauben auch Sie, dass es sich dabei um dieselbe Art handelt – oder zumindest irgendwie? Dann teilen Sie diese Annahme mit vielen anderen Menschen. Doch tatsächlich haben die Fischarten wenig miteinander zu tun und heißen eigentlich Lachs, Pollack und Köhler.

Mit ihren Zweitnamen sorgen Alaska-Seelachs und Seelachs allerdings weiterhin für Verwirrung. Denn beide Fische gehören nicht zu den Lachsen, sondern zur Familie der Dorsche und sind nah mit dem Kabeljau verwandt. Von Natur aus haben sie ein weißes oder gräuliches Fleisch, während es beim Lachs durch die Krebstiere in seiner Nahrung rosa bis rötlich gefärbt ist. Zuchtlachse werden hingegen gezielt mit Farbstoffen gefüttert.

Alaska-Seelachs (Gadus chalcogrammus) wurde erst Mitte der 1980er-Jahre als Speisefisch bekannt. Seitdem hat seine Bedeutung rasant zugenommen. Der Pazifische Pollack, wie er auch genannt wird, ist an den Küsten des nördlichen Pazifiks verbreitet. Meist werden die Fänge an Bord sofort verarbeitet und tiefgefroren, da das Fleisch sehr zart und fein ist. Die deutsche Fischindustrie nutzt Alaska-Seelachs in erster Linie als Rohware für Tiefkühlprodukte wie Fischstäbchen und Schlemmerfilets. Auch der rot eingefärbte Lachsersatz und Surimi werden aus Alaska-Seelachs hergestellt.

Der Seelachs (Pollachius virens) ist auch unter dem Namen Köhler bekannt. Seine Fanggebiete liegen unter anderem bei Island, an der norwegischen Küste und in der nördlichen Nordsee. Es ist ein magerer wohlschmeckender Fisch, der zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu haben ist. Sein gräuliches Fleisch wird beim Garen heller und zerfällt nicht so leicht.

Der Lachs oder Atlantische Lachs (Salmo salar) ist ein Wanderfisch. Er lebt in atlantischen Gewässern und in der Ostsee, zieht zum Laichen aber in die Flüsse. Wasserverschmutzung und Verbauung der Laichgewässer haben zu einem Rückgang der Wildbestände geführt. Heute stammen die meisten Lachse aus Aquakulturen und werden u. a. in Norwegen, Chile und Schottland gezüchtet. Im Handel ist Lachs frisch und in verschiedenen verarbeiteten Produkten wie Räucherlachs erhältlich. Das Fleisch hat einen einzigartigen, kräftigen Geschmack. Wer beim Einkauf auf das blaue Label des Marine Stewardship Council (MSC) achtet, kann verantwortungsvoll einkaufen. Bei Zuchtfischen sind empfehlenswerte Produkte mit Bio-Siegeln, etwa von Bioland oder Naturland, gekennzeichnet. Wer einmal pro Woche Meeresfisch isst, nutzt eine wertvolle Quelle für Eiweiße, Jod, Vitamin D und v. a. Omega-3-Fettsäuren, die Entzündungsprozessen im Körper entgegenwirken.

Quelle: Heike Kreutz, www.bzfe.de

Weitere Informationen:

www.fischinfo.de
www.bzfe.de/inhalt/fisch-1808.html

Foto: tunedin - stock.adobe

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