Abnehmen mit Bitterstoffen

Ob Chicorée, Rosenkohl oder Endivien – bei bitterem Gemüse verziehen viele zunächst das Gesicht. Dabei fördern Bitterstoffe die Gesundheit auf vielfältige Weise. Neben einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt regulieren sie den Blutzucker, verbessern die Verdauung und unterstützen die Leber bei der Entgiftung. „Auch für die Gallenblase sind Bitterstoffe äußerst wichtig“, weiß Reformhaus® Fachberaterin Heike Munz. „Wer regelmäßig Lebensmittel mit bitterem Aroma isst, beugt Gallensteinen vor.“ Denn Bitterstoffe regen die Produktion von Gallenflüssigkeit an und damit auch die Fettverdauung. Zudem können sie gezielt gegen Übelkeit und anderen Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden.

„Den Geschmack ‚bitter’ empfinden wir in erster Linie als unangenehm, weil wir ihn nicht mehr gewohnt sind“, erklärt Munz. „Unseren Geschmacksnerven wurde der herbe Geschmack regelrecht abgewöhnt.“ Noch bis ins 20. Jahrhundert standen bittere Salate, Gemüse und Kräuter täglich auf dem Speiseplan. Bitterstoffe wurden in den letzten Jahrzehnten jedoch aus immer mehr Gemüse- und Getreidesorten herausgezüchtet. Ein bitteres Aroma tolerieren viele heutzutage nur noch in Bier oder Kaffee.

Doch auf dem Weg zum Wunschgewicht sind Bitterstoffe fast unersetzlich. Die Erklärung dafür ist einfach: Während süße und salzige Lebensmittel Lust auf mehr machen, wirken Bitterstoffe als wahre Appetitzügler. So begrenzen sie die aufgenommene Energiemenge. Für Fans von Zartbitterschokolade ist das leicht nachvollziehbar. Der herbe Geschmack sorgt dafür, dass wir uns mit einer kleinen Dosis zufriedengeben. Diese appetitbremsende Eigenschaft kennen viele auch von Kaffee. „Mit seinem appetithemmenden Effekt kann ein Espresso nach dem Essen ein guter Abschluss einer Mahlzeit sein“, meint Munz. „Wer keinen Kaffee mag, kann auch zu grünem Tee greifen – das Koffein in beiden Getränken kurbelt den Kalorienverbrauch zusätzlich an.“

Auch eine Studie der Scripps-Klinik in San Diego konnte belegen, dass der Verzehr von bitteren Lebensmitteln, in diesem Fall Grapefruits, dabei hilft, abzunehmen. Nach zwölf Wochen hatten die Grapefruitesser im Vergleich zu anderen Teilnehmern im Schnitt 1,5 kg abgenommen. „Wichtig dabei ist, den bitteren Geschmack auch herauszuschmecken“, betont Heike Munz. „Ist etwa Mangold oder Brokkoli in Sahnesauce ertränkt oder mit Käse überbacken, bleibt die appetithemmende Wirkung aus.“ Zu den natürlichen bitterstoffreichen Lebensmitteln zählen zum Beispiel Artischocken, Radicchio, Chicorée, Blutorangen, Grapefruit, Grünkohl, Endiviensalat, Fenchel, Mangold oder Rosenkohl.

Quelle: EAT SMARTER, Portal für ausgewogene Ernährung, Fitness und Gesundheit, www.eatsmarter.de

Foto: © vaaseenaa - stock.adobe

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