FAQ – Die wichtigsten Antworten auf Fragen zum Kranken­versicherungs­schutz im Ausland

In 34 europäischen Ländern von Belgien bis zum griechischen Teil der Insel Zypern bietet die Europäische Krankenversichertenkarte (EHIC) einen Basisschutz für Reisende. Sie befindet sich auf der Rückseite der Elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Gegen Vorlage der (EHIC) und des Personalausweises oder Reisepasses erhält man medizinische Hilfe.

In welchem Umfang erhalte ich Leistungen im Ausland?

Sie erhalten alle notwendigen Leistungen, als wären Sie in dem jeweiligen Land versichert. Dabei wird Ihre voraussichtliche Aufenthaltsdauer berücksichtigt. Leistungen, die bis zur Rückkehr nach Deutschland aufgeschoben werden können, dürfen nicht erbracht werden. Außerdem gibt es von Land zu Land Unterschiede im „Leistungskatalog“. Es kann daher sein, dass Sie nicht alles, was Sie aus Deutschland kennen, auch tatsächlich über die EHIC erhalten. Insbesondere bei zahnärztlicher Behandlung gibt es in anderen Staaten häufig nur ein sehr eingeschränktes Angebot.

Achten Sie darauf, dass der Arzt oder das Krankenhaus berechtigt ist, Leistungen zu Lasten des nationalen Systems der Krankenversicherung zu erbringen. Am Besten informieren Sie sich bereits vor Reiseantritt oder direkt nach Ihrer Ankunft vor Ort über die nächstgelegenen „behandelnden Vertragspartner“. Informationen über Vertragsärzte oder -krankenhäuser erhalten Sie oft an der Rezeption Ihres Hotels, bei Ihrer Reiseleitung oder der örtlichen Gemeindeverwaltung.

Auf der Internetseite des GKV-Spitzenverbandes finden Sie aktuelle Informationen der „Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland“ zur Sicherstellung Ihres Krankenversicherungsschutzes bei Urlaubsaufenthalten im Ausland oder in Deutschland. Zudem erhalten Sie Hinweise zum Thema Dialyse während des Urlaubs.

Muss ich im Ausland in Vorleistung treten?

Der behandelnde Vertragspartner stellt die Kosten Ihrer Behandlung der ausländischen Krankenkasse in Rechnung. Diese wiederum rechnen dann mit BKK RWE ab.

Sofern die Regelungen Ihres Urlaubslandes Zuzahlungen oder Eigenanteile vorsehen, müssen Sie diese vor Ort entrichten. Diese können je nach Land deutlich höher ausfallen als in Deutschland. So beträgt die Zuzahlung bei einer Krankenhausbehandlung in Frankreich z.B. in der Regel 20 Prozent der Gesamtkosten. Wir dürfen diese Kosten nicht erstatten Allerdings können sie in Höhe der vergleichbar in Deutschland zu leistenden Zuzahlungen bei der Belastungsgrenze berücksichtigt werden.

Ich habe eine Rechnung erhalten – was muss ich tun?

Es kann vorkommen, dass die EHIC vom behandelnden Vertragspartner nicht akzeptiert wird. Auch Privatärzte oder Privatkliniken im Ausland können prinzipiell nicht über die EHIC abrechnen. In diesen Fällen erhalten Sie eine Privatrechnung, die Sie zunächst selber bezahlen müssen. Nach Ihrer Rückkehr können Sie die Rechnung zur Erstattung bei Ihrer BKK RWE vorlegen.

Folgende Unterlagen benötigen wir unbedingt, um eine Erstattung vornehmen zu können:

  • Arztkosten: Belegen Sie die entstandenen Kosten durch spezifizierte und quittierte Rechnungen.
  • Rezeptkosten: Ärztliche Verordnungen (Rezepte) reichen Sie unbedingt ein, sofern Sie diese erhalten haben für:
    • Medikamente
    • Hilfsmittel (zum Beispiel Gehhilfen)
    • Heilmittel (zum Beispiel Physiotherapie) oder
    • Verbandsmaterial (zum Beispiel Pflaster, Bandagen).
  • Leistungen der Zusatzversicherung: Überlassen Sie uns gegebenenfalls die Erstattungsmitteilung der privaten Zusatzversicherung.

Leider ist in den meisten Fällen keine vollständige Erstattung möglich. Häufig belaufen sich die Erstattungen gerade einmal auf 20-30 Prozent des Rechnungsbetrages.

Wie erhalte ich Leistungen in der Türkei, Bosnien-Herzegowina oder Tunesien?

Müssen Sie in Bosnien-Herzegowina oder in Tunesien zum Arzt oder ins Krankenhaus, wenden Sie sich mit Ihrem Auslandskrankenschein an eine Krankenkasse vor Ort. Um die Adresse zu erfahren, sprechen Sie am besten Ihre Reiseleitung oder die Rezeption Ihres Hotels an. Von der Krankenkasse erhalten Sie dann einen Berechtigungsschein, den Sie beim Arzt oder im Krankenhaus vorlegen können.

In der Türkei werden Sie bei der örtlichen Niederlassung der Sosyal Güvenlik Kurumu (SGK) im sogenannten YUPASS-System registriert. Sie erhalten eine Identifikationsnummer, mit der Sie (bei Vorlage des Personalausweises) jeden Vertragspartner der SGK nutzen können. Eine Liste der Zweigstellen der SGK finden Sie auf deren Homepage.

Diese Stellen können Ihnen in aller Regel auch sagen, welche Ärzte und Krankenhäuser zugelassene Vertragseinrichtungen sind. Das ist wichtig für die Kostenübernahme! Denn wenn Sie sich in einer der zahlreichen privaten Einrichtungen in den Touristenregionen behandeln lassen, dürfen die deutschen Krankenkassen die Kosten unter Umständen nicht erstatten. Ob und in welcher Höhe eine Erstattung möglich ist, muss die BKK RWE. durch eine Rückfrage bei der türkischen Krankenversicherung klären. Leider sind Antwortzeiten von über drei Monaten dabei keine Seltenheit. In jedem Fall müssen Sie hohe Kosten einplanen, da die Rechnungen der dortigen Privateinrichtungen selbst im Vergleich zu einer Privatbehandlung in Deutschland häufig sehr hoch ausfallen.
Achtung: In diesen Ländern besteht zudem nur Anspruch auf Notfallbehandlungen. Besteht bereits vor der Einreise eine (z.B. chronische) Erkrankung, die es voraussichtlich erforderlich machen wird, dass Sie einen Arzt aufsuchen, sprechen Sie uns bitte rechtzeitig vor Reiseantritt an.

Und wie sieht es im Rest der Welt aus?

Die Deutschen sind bekanntlich ein reiselustiges Volk, und häufig zieht es uns nicht in die üblichen Urlaubsregionen. Da darf es gerne mal eine Safari in Afrika, tauchen in Riffs vor der thailändischen Küste oder auch der Roadtrip in den USA sein.

Wichtig zu wissen: Kommt es in diesen Ländern zu einer ärztlichen Behandlung, dürfen die deutschen Krankenkassen keine Erstattung vornehmen.

Eine Reise ohne private Reisekrankenversicherung stellt hier ein nicht kalkulierbares finanzielles und auch gesundheitliches Risiko dar.

Wann sollte man eine private Auslandskrankenversicherung abschließen?

Selbst im europäischen Ausland können bspw. hohe landestypische Eigenanteile( wie bspw. bei Krankenhausaufenthalten) oder Krankenrücktransporte nicht über die EHIC abgerechnet werden. In einigen Ländern besteht lediglich Anspruch auf Notfallbehandlungen, in Ländern außerhalb Europas dürfen die gesetzlichen Krankenkassen gar keine Kosten erstatten. Bei Urlaubsreisen ins Ausland empfiehlt sich daher immer der Abschluss einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung. Unser Kooperationspartner Barmenia hat mit dem Programm ExtraPlus ein attraktives Angebot für Sie entwickelt.

Was ist, wenn ich mich beruflich im Ausland aufhalte?

Wenn Sie im Auftrag Ihres Arbeitgebers im Ausland unterwegs sind und krank werden, reichen Sie eventuell anfallende Rechnungen bitte bei Ihrem Arbeitgeber ein. Dieser wird Ihnen die entstandenen Kosten erstatten und hat seinerseits gegenüber der BKK RWE einen – ggf. anteiligen – Anspruch auf Erstattung.
Bei allen Fragen zur Erstattung beraten wir Sie gerne persönlich.

Kann ich, auch wenn ich im Ausland lebe, BKK RWE-versichert bleiben?

Sie planen Deutschland zu verlassen und dauerhaft im Ausland zu leben? Dann sollten Sie sich rechtzeitig vor der Ausreise ein paar Gedanken über Ihre Krankenversicherung machen. Ob die Versicherung bei der BKK RWE bestehen bleiben kann, ist von einigen Faktoren abhängig. So kommt es z.B. darauf an, wohin Sie Ihren Lebensmittelpunkt verlegen wollen, ob Sie Rentner sind, oder im neuen Land einen Job aufnehmen wollen.

Bei Fragen hilft Ihnen unser Serviceteam gern weiter: Unsere Service-Nummer 0800 / 80 100 40 (kostenfrei) oder per Telefax 0 51 41 / 94 66-599

Aus dem Ausland erreichen Sie uns während der Geschäftszeiten aus dem Festnetz und mobil unter 0049 51 41 / 94 66-0, per Telefax unter 0049 51 41 / 94 66-599.

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