Leistungen von A-Z

A

B-E

F-G

H-J

K

L-R

S-W

X-Z

Fahrkosten (für Krankentransporte und Krankenfahrten)

Ganz klar – wer krank ist, muss manchmal zum Arzt. Doch nicht immer kommt man alleine dorthin, manchmal muss man sich hinbringen lassen, unter Umständen sogar mit einem Taxi. Das zahlt die Krankenkasse aber nicht immer, denn welche Kosten übernommen werden dürfen, ist vom Gesetzgeber genau geregelt.

Kommt bei einem Unfall ein Krankenwagen und bringt den Verletzten ins Krankenhaus, ist der Fall klar: Die BKK RWE übernimmt selbstverständlich die Kosten für diesen Krankentransport. Doch nicht immer ist die Sache so einfach.

Wir übernehmen die Kosten

  • für die Hin- und Rückfahrt bei stationärem Krankenhausaufenthalt. Beispiele: Sie müssen sich operieren lassen fahren ins Krankenhaus. (Falls Sie mit dem Taxi zum Krankenhaus fahren sollten, ist für die Berücksichtigung dieser Kosten eine separate ärztliche Verordnung erforderlich.)
  • für Rettungsfahrten zum Krankenhaus, auch wenn sich keine stationäre Behandlung anschließt. Beispiel: Sie werden wegen eines Unfalls mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert. Nach gründlicher Untersuchung und einer Wundbehandlung dürfen Sie wieder nach Hause.
  • für Krankentransporte, wenn aus medizinischen Gründen der Einsatz eines Krankentransportwagens erforderlich ist (bei ambulanten Behandlungen nur nach vorheriger Genehmigung durch die BKK RWE). Das ist dann der Fall, wenn Patienten während der Fahrt einer fachlichen Betreuung oder einer besonderen Einrichtung eines Krankenkraftwagens (Krankentransportwagens) bedürfen.
  • für Fahrten zur ambulanten Operation, wenn dadurch eine Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt wird. Beispiel: Bei Ihnen ist eine Operation notwendig, die stationär durchgeführt werden sollte. Sie und ihr Arzt entscheiden sich für die ambulante Operation, Sie fahren mit dem Bus zur OP und lassen sich von Ihrem Ehepartner mit dem PKW abholen. (Wenn sie nicht selbst nach Hause fahren können, ist eine ärztliche Verordnung erforderlich, damit z. B. das Taxi oder die „Leerfahrt“ der Begleitperson erstattet werden kann.)
  • für Fahrten bei vor- und nachstationärer Behandlung, die im Rahmen einer stationären Krankenhausbehandlung erforderlich sind.
  • Bei Fahrten zu stationären Vorsorge- und Rehabilitationskuren und ambulanten Rehabilitationskuren haben Sie grundsätzlich einen Anspruch auf Reisekosten. Bitte informieren Sie sich vor Beginn einer solchen Maßnahme bei uns.

Fahrten zu einer ambulanten Behandlung dürfen die Krankenkassen nur in besonderen Ausnahmefällen übernehmen, die der Gemeinsame Bundesausschuss in der sogenannten Krankentransport-Richtlinie festgelegt hat.

Die Voraussetzungen sind regelhaft bei Fahrten

  • zur onkologischen Strahlen- und Chemotherapie sowie
  • zur ambulanten Dialysebehandlung

erfüllt.

Weiterhin werden die Kosten für Fahrten zur ambulanten Behandlung u.a. dann erstattet, wenn Versicherte einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen "aG" (außergewöhnliche Gehbehinderung), "Bl" (Blindheit) oder "H" (Hilflosigkeit) besitzen oder eine Einstufung in den Pflegegrad 3, 4 oder 5 nachweisen können. Bei der Einstufung in den Pflegegrad 3 muss zugleich eine dauerhafte Beeinträchtigung der Mobilität vorliegen, die einen Bedarf an einer Beförderung zur Folge hat. Die Verordnungsvoraussetzungen sind auch bei Versicherten erfüllt, die bis zum 31.12.2016 in die Pflegestufe 2 eingestuft waren und seit 01.01.2017 mindestens in den Pflegegrad 3 eingestuft sind. Seit 01.01.2019 übernehmen wir diese Fahrten, ohne dass vorab ein Antrag erforderlich ist. Dies gilt nicht für Fahrten mit einem Krankentransportwagen.

Versicherte, deren Situation mit dem o.g. Personenkreis vergleichbar ist, die aber kein Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“ sowie keine Einstufung in den Pflegegrad 3 mit vorliegender dauerhafter Mobilitätsbeeinträchtigung, Pflegegrad 4 oder 5 besitzen, und einer ambulanten Behandlung über einen längeren Zeitraum bedürfen, haben ebenfalls einen Anspruch auf die Übernahme der Fahrkosten. In diesen Ausnahmefällen ist eine vorherige Genehmigung der Krankenkasse erforderlich.

Bei Krankentransporten und Krankenfahrten zu ambulanten Behandlungen sieht der Gesetzgeber je einfacher Fahrt eine Selbstbeteiligung von 10 Prozent der Fahrkosten vor, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro.

Wenn Sie Fragen dazu haben, beraten wir Sie gern unter unserer kostenfreien Service-Nummer 0800 / 80 100 40 oder unter 05141/9466-400. Wir helfen Ihnen gern weiter.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch auf der Homepage des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung:

https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/ambulante_leistungen/fahrkosten_krankentransport/fahrkosten_krankentransport.jsp