Brustkrebs: Biomarker-Test schafft Therapie-Klarheit

Rund 70.000 Frauen erkranken jährlich an Brustkrebs – glücklicherweise mit überwiegend früher Diagnose. Bei den meisten Patientinnen sind die Lymphknoten nicht befallen, dennoch erfolgt nach der Entfernung des Tumors häufig eine vorbeugende Chemotherapie, vor allem, wenn biologische Risikofaktoren vorliegen. Dieses Vorgehen soll das Risiko der Metastasenbildung verringern. Bisher war die Notwendigkeit der Chemotherapie anhand der Untersuchung des Tumors nur eingeschränkt vorhersehbar. Denn nicht für alle Frauen ist die körperlich und seelisch belastende Chemotherapie sinnvoll. Mehr diagnostische Sicherheit liefert das innovative Biomarkerverfahren.

Inzwischen gibt es mehrere unterschiedliche Verfahren, die im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung (Abrechnung über die BKK RWE-Gesundheitskarte) von Ärzten und Krankenhäusern angeboten werden.

Wie der Test funktioniert

Biomarker sind charakteristische biologische Merkmale, die als Indikatoren für Krankheiten gelten. Ist der Anteil dieser Biomarker im Tumorgewebe niedrig, haben Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium, bei denen keine Lymphknoten befallen sind, besonders gute Heilungschancen. Patientinnen, bei denen der Anteil einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, profitieren von einer Chemotherapie. Für den Biomarker-Test ist eine Gewebeprobe aus dem Tumor erforderlich. Diese entnimmt der Chirurg während der OP, anschließend wird die Probe untersucht.

Für wen empfiehlt sich der Test

Der Test wird zur Therapieentscheidung bei neu erkrankten Brustkrebspatientinnen empfohlen. Der Tumor darf sich noch nicht in die Lymphknoten ausgebreitet und eine gewisse Größe nicht überschritten haben. Wichtig ist, dass sich Patientinnen sehr frühzeitig vor der geplanten Operation vom niedergelassenen Facharzt aufklären und beraten lassen. Sie können dann diese Informationen mit dem Chirurg der operierenden Klinik besprechen, da der Test nur am frischen Tumorgewebe durchgeführt werden kann.

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